„Wie können wir die Kirche von morgen gestalten?“ (Vortrags-Manuskript)

Im Mai habe ich im Theokreis-Leipzig einen Vortrag zum Thema Kirche halten dürfen. Hier gibt es nun mein Manuskript, das sicherlich noch weiter ausgearbeitet werden müsste. Vielleicht empfindet es ja der eine oder die andere als hilfreich. Die Freunde von Lutherisches Lärmen haben sogar eine Aufnahme hochgeladen. Viel Freude bei der Lektüre.

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© momosu / pixelio.de

„Wie können wir die Kirche von morgen gestalten?“ Vermutlich studieren viele hier mit dieser Frage im Hinterkopf. Wenn man bald Pfarrer wird – wobei „bald“ bei der länge unseres Ausbildungsweges freilich ein relativer Begriff ist – dann stellen sich solche Fragen: Wie „mache“ ich Kirche so, dass sie wieder Menschen anspricht? Dass Menschen in unseren Gemeinden vermehrt zum Glauben an Jesus Christus finden?

Wenn ich das aus der Ferne richtig wahrnehme, dann hat dieses Thema in Sachsen eine eigene Brisanz. Stichwort: „Kirche mit Hoffnung in Sachsen“. Kirche wird sich wohl verändern müssen. Aber wie?

In der Praktischen Theologie, näher hin in Kirchentheorie und Kybernetik, werden zahlreiche Modelle diskutiert, wie eine Kirche von morgen aussehen könnte. Die Gemeinde als Herberge, die kirchlichen Orte, Stärkung der Ortsgemeinde, fresh ex, Regionalisierung. Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen.

Im Rahmen meiner Dissertation habe ich mich ausführlich mit solchen Modellen beschäftigt. Vielleicht kam man deshalb auf die Idee, mich heute Abend einzuladen. Um davon etwas zu erzählen. Doch das werde ich nicht tun. Keine Kirchentheorie, keine Kybernetik. Keine sieben konkrete Tools für den gelingenden Gemeindeaufbau. Für den Megachurch-Leader von morgen.

Es wird also nicht praktisch. Es wird nicht einmal sonderlich dogmatisch. Kein Parforceritt durch die Grundlagen der Ekklesiologie im engeren Sinne. Wer sich dafür näher interessiert, dem empfehle ich, einen Blick in die knapp 400 Jahre alte Dogmatik von Johann Gerhard zu werfen. Seine knapp 800 seitige Behandlung der Ekklesiologie ist inzwischen auf Englisch erhältlich und einer ausführlichen Lektüre wert.

Was werde ich also tun? Ich möchte etwas Einfaches sagen. Zum Wesen der Kirche. Etwas so Grundlegendes und Bekanntes, dass man in der Regel nicht darüber nachdenkt und es vergisst. Mir geht es jedenfalls so. Etwas so Selbstverständliches, dass es mir fast schon peinlich ist, damit vor so vielen aufgeweckten Theologiestudenten aufzuwarten.

Ich möchte vier Pflöcke einschlagen. Vier Pflöcke, anhand derer sich das Zelt der Kirche aufspannt. Dieses Zelt, dass uns während unserer irdischen Wanderschaft notdürftig Schutz bietet. Oftmals modrig riechend, klamm und schlaff. Aber es soll uns reichen bis wir im Neuen Jerusalem ankommen, im neuen Himmel, auf der neuen Erde.

Was sind also diese vier Pflöcke?

1) Kirche ist nicht etwas, das wir tun, sondern etwas, das Gott gut.

Ich will sagen: Die Ausgangsfrage ist in einem gewissem Sinne schon falsch gestellt. Die Frage „Wie können wir die Kirche von morgen gestalten?“ ist bereits die falsche. Oder präziser: Wenn es in erster Linie diese Frage ist, die uns herumtreibt, wenn wir an Kirche denken, dann ist etwas grundlegend schief.

Natürlich gestalten wir die Kirche mit. Aber die Frage an jeden von uns ist: „Begegne ich der Kirche in erster Linie in der Haltung eines Machers oder in der Haltung eines Empfängers?“ Als ein Bettler, der in der Kirche die größten Geschenke von seinem Heiland empfängt? Und gerade wir angehende Pfarrer stehen hier in der besonderen Versuchung, eine falsche Antwort zu geben. Aber so ist es nun einmal um uns bestellt. Der alte Adam lebt von der Überzeugung, dass er das Entscheidende selbst gestalten kann.

An die Grenze der Fahrlässigkeit vereinfacht bedeutet reformatorische Theologie: Das Entscheidende tut Gott, nicht wir. Und was für die Soteriologie gilt, das gilt auch für die Ekklesiologie. Es ist eben nicht wie bei Hagebaumarkt. Die Kirche ist nicht dein Projekt. Sie ist Gottes Projekt.

Ich bin jedoch mit einem anderen Gemeindebild aufgewachsen. Die Gemeinde ist der Ort, wo ich mich einbringe, wo ich mitmache, mitgestalte. Die Gemeinde braucht mich doch.

Die theologische Grundlage dafür war stets die Gabentheologie, die in einem gewissen Rahmen durchaus ihre Richtigkeit und Wichtigkeit hat. Jeder Christ hat eine Gabe von Gott erhalten, die er zum Aufbau der Gemeinde einsetzen soll.

Mein Verhältnis zur Gemeinde war also im Wesentlichen durch ein Wort bestimmt: Mitarbeit. Ich bin Mitarbeiter. Ich baue mit am Reich Gottes – eine Redewendung, die nebenbei bemerkt biblisch auf äußerst wackligen Füßen steht. Aber das ist ein anderes Thema.

Ich hätte es nie so präzise sagen können, aber in meinem Kopf gab es ein zwei Stufen Christsein. Da gab es einerseits die normalen Kirchgänger und auf der anderen Seite die engagierten Mitarbeiter. Und zweimal dürft ihr raten, was in meinen Augen die echten Christen waren.

So gut Mitarbeit, Mitgestalten auch ist, wir müssen die Hauptsache in unsere Köpfe bekommen: Du brauchst die Kirche vielmehr als dich die Kirche braucht. Was du zu empfangen hast, ist viel größer als das, was du zu geben hast. Du brauchst die Kirche.

Du brauchst einen Pfarrer, der dir Sonntag um Sonntag die Gnade Gottes vor Augen malt. Dass Du einmal weg schauen darfst. Weg von deinem Versagen im Kampf mit der Sünde, weg von deinem so oft steinernen Herzen. Dass du nur noch Christus siehst, den für dich Gekreuzigten. Wenigstens einmal in der Woche eine gute Nachricht bei all dem Ambivalenten, was sonst in Deinem Leben passieren mag. Jemand, der dir die Vergebung deiner Sünden zuspricht. Wieder und wieder.

Du brauchst die Kirche, weil sich dort am Altar Christus selbst in Deinen Mund legt, mit seinem Leib, mit seinem Blut. Damit, wenn du in Deinem Herzen nichts mehr von Gottes Liebe spürst, du sie dennoch schmecken kannst.

Du brauchst die Kirche, weil du des mutuum colloquium et consolatio fratrum bedarfst. Du brauchst die Geschwister, die dich erinnern, dass das Blut Christi stärker ist als alles, was Sünde, Tod, Teufel und Hölle dir entgegenzuschleudern vermögen.

Was habe ich gerade getan? Ich habe nichts anderes als das beschrieben, was die alten Dogmatiker die „Gnadenmittel“ nennen. Das ist die Antwort auf die Frage, warum wir die Kirche so sehr brauchen. Weil sie der Ort ist, wo uns Gottes Gnadenmittel begegnen. Ja, die Gnadenmittel definieren die Kirche. Wo die mediae salutis sind, da ist Kirche.

Ja, die Gemeinde ist ein Ort, der davon lebt, dass sich einer einbringt. Aber es ist der Ort, an dem sich der Höchste selbst zu Deinem Heil einbringt. Sich mit allem einsetzt, was er hat.

Das ist die Ekklesia. Wörtlich übersetzt sind wir die Herausgerufenen. Die von Gott selbst herausgerufenen. So wie Noah herausgerufen wurde aus einer dem Tode verfallenen Menschheit, die nichts als dem vollkommen gerechten Gericht Gottes ausgesetzt war, hinein in die rettenden Planken der Arche, so sind auch wir herausgerufen. Heraus aus Tod, Sünde und Hölle, hinein in das Schiff, das sich Gemeinde nennt. Dieses Schiff mag nicht sonderlich gemütlich sein, aber es rettet uns. In diesem Sinne ist die Kirche tatsächlich heilsnotwenig, wie die alten Dogmatiker sagten.

Herausgerufene sind wir. Haben uns nicht aus eigener Kraft entschieden, sondern wurden verzaubert von der Stimme, die uns ruft, wie von einer magischen Flöte, der man kaum zu wiederstehen vermag. Auf diese Stimme hört die Kirche. Von ihr lebt sie. So definiert Luther die Kirche in den Schmalkaldischen Artikel.

Denn es weiß gottlob ein Kind von sieben Jahren, was die Kirche sei, nämlich die heiligen Gläubigen und die Schäflein, die ihres Hirten Stimme hören.“ (10,3)

Der Hirte, von dem hier die Rede ist, ist eben nicht der Pastor, sondern der wahre David, der seine Schafe selbst weidet, das Schwache stärkt, das Verlorene zurückholt, das Verirrte sucht, das Verwundete verbindet, das Kranke heilt (Ez 34).

Ich bin mir nicht sicher, ob unsere Gemeindeglieder wissen, dass Kirche weniger ein Ort zum Anpacken als vielmehr ein Ort zum Geschenkeauspacken ist. Vor ein paar Wochen kam ich am Rande einer Veranstaltung mit einem entschiedenden Christen aus einer Nachbargemeinde ins Gespräch. Er erzählte, wie viel er früher in der Gemeinde gewuppt hatte, wie viel Zeit er sogar in eine Gemeindeneugründung investieren wollte. Doch dann erlitt er einen schweren Schicksalsschlag. Seit dem liegt der Nebel der Trauer über ihm. An diese Form der Mitarbeit war nicht mehr zu denken. Aber was ist Gemeinde dann noch. Er sagt nur: „Wenn ich nicht mitarbeite, dann komme ich nicht in diese Gemeinde rein. Dann bin ich außen vor.“

Wir brauchen in unseren Gemeinden ein neues Bewusstsein dafür, dass das höchste Ehrenamt der Gottesdienstbesuch ist. Denn dann lassen wir Kirche Kirche sein. Weil wir Gott Kirche bauen lassen, indem er uns mit seiner Gnade füttert. Er gibt. Wir empfangen.

All das habe ich mir übrigens nicht ausgedacht. Es ist ausgesprochen un-innovativ. Denn es entspricht der Grundstruktur des wichtigsten Bekenntnisses der lutherischen Kirche: der Confessio Augustana.

Der erste Artikel sagt uns, wer Gott ist. Der zweite Artikel sagt uns, wer wir sind, in dunkelster und finsterster Sprache: Sünder, ganz und gar dem Tode verfallen. Der dritte Artikel erzählt von der Lösung des Problems, von Christus, dem fleischgewordenen Gott, der für uns gelebt, gelitten, gestorben und auferstanden ist, als Opfer für unsere Sünde, um den Zorn Gottes zu versöhnen. Artikel vier: Dieses Opfer gilt für mich und dich. Nicht, weil wir etwas getan hätten, sondern weil wir es geschenkt bekommen, umsonst. Im Glauben wird uns Christi Gerechtigkeit zugerechnet. Rechtfertigung nennt man das.

Und nun stellt sich die Frage: Wie kommt all das zu mir? Die Versöhnung? Die Rechtfertigung? Der Glaube? Zu mir, der ich im Mai 2017 in Leipzig sitze?

Die Antwort gibt der fünfte Artikel.

Solchen Glauben zu erlangen hat Gott das Predigtamt eingesetzt, Evangelium und Sakramente gegeben, dadurch er, als durch Mittel, den heiligen Geist gibt, welcher den Glauben, wo und wann er will, in denen, die das Evangelium hören, wirkt, welches lehrt, daß wir durch Christi Verdienst, nicht durch unser Verdienst, einen gnädigen Gott haben, so wir solches glauben.

Gott schenkt uns diesen Glauben durch Mittel. Durch die Heilsmittel. Durch Wort und Sakrament. Diese benutzt der Heilige Geist, um in uns Glauben zu wecken.

Dann kommt bald Artikel 7. Hier wird nun die Kirche definiert. Und siehe da: Sie wird eben über diese Heilsmittel definiert:

Es wird auch gelehrt, daß alle Zeit müsse eine heilige christliche Kirche sein und bleiben, welche ist die Versammlung aller Gläubigen, bei welchen das Evangelium rein gepredigt und die heiligen Sakramente dem Evangelium gemäß gereicht werden.

Die Kirche ist der Ort der Gnade Gottes. Die Große Geschichte von uns Menschen als Sündern und vom Heil in Christo wird in der Gemeinde konkret hörbar, spürbar, schmeckbar.

Wie Hermann Sasse sagte:

Die Kirche lebt nicht aus der Moral, aus dem Gehorsam gegenüber Gottes Gesetz, aus pathetischen Gefühlen, sondern allein aus der Vergebung der Sünden.

Darum der erste Pflock: Kirche ist nicht etwas, das wir tun, sondern etwas, das Gott gut.

2) Der Auftrag der Kirche ist die Kommunikation des Evangeliums

Doch ich will der Frage nicht ausweichen, was denn unter diesem Vorzeichen unsere Aufgabe als angehende Pfarrer ist. Darum – weil mit einem Pflock kein Zelt vernünftig steht – nun der zweite Hammerschlag: „Der Auftrag der Kirche ist die Kommunikation des Evangeliums.“

Dafür ist die Kirche da. Das sollen wir als Pfarrer tun. „Kommunikation des Evangeliums“. In dieser Formulierung von Ernst Lange ist sich die Praktische Theologie inhaltlich erstaunlich einig. Erstaunlich in einer Zeit, wo sie die Praktischen Theologen inhaltliche Auseinandersetzungen scheuen, da eh keine Aussicht auf ein hilfreiches Diskussionsergebnis besteht und man sich stattdessen lieber auf handwerkliche Fragen zurückzieht.

„Kommunikation des Evangeliums“. So richtig diese Formel ist, so problematisch ist sie. Denn sie liefert einen maximal unpräzisen Inhalt, bei maximal unpräziser Form. Man könnte auch sagen: Die Aufgabe der Kirche sei es, irgendetwas irgendwie zu tun. Oder mit etwas mehr Wohlwollen: Etwas Gutes soll in irgendeiner Form weitergeben werden.

Damit können dann in irenischen Zeiten alle leben. Es braucht keine Auseinandersetzung und jeder kann sich mit seinem Anliegen in diese Formel eintragen.

Aber hilfreich ist das nicht. Und handlungsleitend erst recht nicht. Darum müssen wir an dieser Stelle die Begriffe schärfen. Was heißt Evangelium? Was heißt Kommunikation, wenn wir vom Auftrag der Kirche sprechen? Beginnen wir mit dem Evangelium.

Man kann nicht vom Evangelium, von der guten Nachricht sprechen, ohne von Jesus Christus zu sprechen. Es hängt alles an der alten Formel propter christum – um Christi willen. Alles Gute, was Gott zu unseren Gunsten getan hat und tut, geschieht propter christum.

Wenn Paulus im 15. Kapitel des 1. Korintherbriefes das Evangelium definiert, dann gibt er eine Kurzbiographie von Jesus wieder.

Ich erinnere euch aber, liebe Brüder, an das Evangelium, […] durch das ihr auch selig werdet […] Dass Christus gestorben ist für unsre Sünden nach der Schrift; und dass er begraben worden ist; und dass er auferstanden ist am dritten Tage nach der Schrift; (1Kor, 15,1-4)

Jesu Leben, Sterben, Auferstehen – das ist das Evangelium. Das ist die gute Nachricht, durch die wir gerettet werden. Der Evangelist Markus redet im ersten Vers seines Berichts vom „Evangelium Jesu Christi“ (Mk 1,1). Und Jesus selbst kann epexegetisch sagen: „wer sein Leben verliert um meinetwillen und um des Evangeliums willen“ (Mk 8,35). Jesus ist das Evangelium. Genauer: sein Handeln uns zu Gute.

Genau so sprechen unsere Bekenntnisse. Die ersten Artikel der Augustana. Von Christus, dem Opfer, „nicht allein für Erbsünder, sondern auch für alle anderen Sünden.“ Christus, der „alle, die an ihn glauben, durch den heiligen Geist heiligt, reinigt, stärkt und tröstet, ihnen auch Leben und allerlei Gaben und Güter austeilt.“ (CA III) Christus, durch den wir Vergebung der Sünden und Gerechtigkeit vor Gott haben. Durch sein Leiden haben wir ewiges Leben. (C IV).

Artikel 5 definiert das Evangelium dann expressis verbis, als

dass wir durch Christi Verdienst, nicht durch unser Verdienst, einen gnädigen Gott haben, so wir solches glauben.

Das Evangelium ist eben nicht hinreichend beschrieben, wenn wir sagen, dass wir vom Urgrund allen Seins geliebt sind. Oder dass Gott an unserer Seite durch das Leben geht und uns begleitet. Auch nicht, wenn wir sagen, dass wir mit Gottes Hilfe diese Welt in einer bessere verwandeln können, für eine gerechtere Gesellschaft eintreten können, usw.

Das Evangelium ist untrennbar mit Jesus Christus verbunden. Besonders mit seinem heiligen Leiden und Sterben an unserer Stelle und uns zu Gute.

Das korrespondiert mit unserem ersten Punkt. Das Evangelium ist etwas, das Gott tut, immer, nicht etwas, das wir tun.

Es beschreibt das Christusereignis. Und gleichzeitig die Botschaft von dem Christusereignis. Es ist angelon, eine Botschaft. Damit sind wir schon beim zweiten Begriff, der „Kommunikation“.

Wie soll die Kirche dieses wunderbare Ereignis kommunizieren? Als ich noch jünger war, war der Spruch beliebt: „Verkündigt das Evangelium, und wenn es nötig sein sollte, dann auch mit Worten.“ Also: Eigentlich ist es besser, wenn das Evangelium in eurer Lebensführung Gestalt gewinnt.

Wenn dieser Satz auch particula veri enthalten sollte, so wird er doch der Sache nicht gerecht. Das Evangelium muss primär mit Worten kommuniziert werden. Man sagt ja auch nicht einem Nachrichtensprecher: „Kommuniziere heute die Nachrichten, wenn nötig mit Worten.“ D.A. Carson spricht von dem wesentlich heraldischen Charakter, den das Evangelium hat: „Because the gospel is news, good news […] it is to be announced; that is what one does with news.“ Oder wie Paulus es ausdrückt: „Der Glaube kommt aus der Predigt.“ Aus dem Hören.

Neben die Predigt treten noch die Sakramente, als sichtbares Wort. Als verbum visible. Und wenn ich mir einen kleinen Ratschlag erlauben dürfte, lasst uns als Kirche keinen neuen Sakramente entwickeln, sondern die „sinnliche Kommunikation des Evangeliums“ mit den Mitteln betreiben, auf die Jesus seine Verheißungen gelegt hat. Denn wo Christi Verheißungen sind, da hat die Kirche Zukunft.

So bestimmt auch der fünfte Artikel der Augustana den Auftrag des Predigtamtes. Es ist das „ministerium docendi evangelii et porrigendi sacramenta“, der Dienst, das Evangelium zu lehren und die Sakramente darzureichen.

Vielleicht denkst du dir: „Das soll das Pfarrbild der Zukunft sein?“ Predigen, Sakramente spenden. Das ist doch reichlich wenig innovativ. Das mag sein, aber hier liegen Christi Verheißungen.

Darum der zweite Pflock: „Der Auftrag der Kirche ist die Kommunikation des Evangeliums.“ Freilich Evangelium und Kommunikation in dem hier spezifisch ausgeführten Sinne.

3) Die Kirche ist ein Ort für Sünder und für Christen, die eine sündige Natur behalten.

Ich komme zum dritten Pflock, den es heute Abend einzuschlagen gilt. Diesen möchte ich anhand einer biblischen Geschichte entwickeln. Einer Geschichte, von der ich viel über die Kirche gelernt habe.

Es gibt viele typische Bibeltexte über die Kirche. Apostelgeschichte 2 zum Beispiel. Doch meine Lieblingsgeschichte ist die von Noah. Und zwar die Episode am Ende seines Lebens, die meistens keinen Platz in den Kinderbibeln findet. Da heißt es:

Die Söhne Noahs, die aus der Arche gingen, sind diese: Sem, Ham und Jafet. Ham aber ist der Vater Kanaans. Das sind die drei Söhne Noahs; von ihnen kommen her alle Menschen auf Erden. Noah aber, der Ackermann, pflanzte als Erster einen Weinberg. Und da er von dem Wein trank, ward er trunken und lag im Zelt aufgedeckt. Als nun Ham, Kanaans Vater, seines Vaters Blöße sah, sagte er’s seinen beiden Brüdern draußen. Da nahmen Sem und Jafet ein Kleid und legten es auf ihrer beider Schultern und gingen rückwärts hinzu und deckten ihres Vaters Blöße zu; und ihr Angesicht war abgewandt, damit sie ihres Vaters Blöße nicht sähen.

Im Text geirrt? Was soll diese Geschichte mit der Kirche zu tun haben? Sehr viel. Mindestens drei Dinge, kann man hier über die Kirche lernen.

a: Die Geschichte zeigt uns, wer in der Kirche einen Platz hat.

Noah ist einer der großen Helden der Bibel. Und doch endet seine Geschichte mit dieser etwas peinlichen Episode. Noah hat ein kleines Alkoholproblem. Zumindest temporär. Warum er es nötig hatte, sich derart volllaufen zu lassen, wissen wir nicht. Auch nicht, wie oft so etwas vorkam. Ruhmreich war dieses Verhalten aber sicherlich nicht. Er war so betrunken, dass er sich nicht einmal etwas überziehen konnte. So lag er nackt in seinem Zelt.

Dabei hatte alles so gut angefangen. In 1. Mose 6,9 hieß es noch: „Noah war ein frommer Mann und ohne Tadel zu seinen Zeiten; er wandelte mit Gott.“ Und obwohl er die große Gnade Gottes am eigenen Leib erfuhr, scheitert er doch am Weinbecher. Er scheitert als einer, der mit Gott lebt. Oder anders gesagt: Er bleibt als gläubiger Mensch ein Sünder.

Ich träume von einer Kirche, wo Sünder wie Noah, wo gescheiterte Glaubenshelden ihren Platz finden. Ich träume von einer Gemeinde, die mit den Worten Augustins ein „Krankenhaus für Sünder“ ist und nicht ein „Museum voller Heiliger“.

Das bedeutet nicht, dass Sünde etwas Gutes ist, oder dass ich mich darüber freue, wenn Christen scheitern. Aber ich träume davon, dass Christen an geistlichen Tiefpunkten einen Platz in der Kirche finden.

Die Kirche ist für Menschen da, die am Boden liegen. Theologisch gesprochen, das simul iustus et peccator gilt auch ekklesiologisch. Das Zelt der Kirche, für das wir heute Abend Pflock um Pflock einschlagen, dieses modrige alte Ding, ist Noahs Zelt.

b: Die Geschichte zeigt uns, wie wir in der Kirche NICHT miteinander umgehen sollten.

Als Ham seinen nackten, betrunkenen Vater entdeckt, unternimmt er nichts, um ihm zu helfen. Vielmehr informiert er gleich seine beiden Brüder. Er posaunt das Scheitern Noahs heraus. In gewisser Hinsicht handelt es sich hierbei um die Urgeschichte des Lästerns. Das Zeigen mit dem Finger. Ham schafft es tatsächlich alle Menschen der Welt mit dieser Unglücksgeschichte zu erreichen.

Oftmals geht es uns nicht anders als Ham. Menschen haben ein Talent dafür, andere dabei zu erwischen, wie sie etwas richtig falsch machen. Auch in der Kirche. Wir unterhalten uns über Dritte und die Gespräche beginnen mit Sätzen wie: „Kannst Du Dir vorstellen, was sie gemacht hat?“ Oder: „Gerade von ihm hätte ich das nicht erwartet.“

c: Die Geschichte zeigt uns, wie wir in der Kirche miteinander umgehen könnten.

Denn Sem und Jafet gehen anders vor. Sie betreten das Zelt und gehen rückwärts auf ihren Vater zu. So müssen sie ihn nicht ansehen. Sie wollen nicht mehr von seiner Scham wissen als unbedingt nötig. Sie wollen Noah an seinem Tiefpunkt nicht noch weiter demütigen.

Dann decken sie ihren Vater zu. Sie helfen ihm. An seinem Tiefpunkt stehen sie ihm zur Seite. Ein Echo davon findet sich in den Sprüchen Salomos und später auch bei Petrus wieder. In 1Petr 4,8 heißt es: „Vor allen Dingen habt untereinander beständige Liebe; denn »die Liebe deckt auch der Sünden Menge« (Sprüche 10,12).“

Natürlich ist das ein ziemlich hoher Anspruch und oftmals gelingt es uns mehr schlecht als recht, eine solche Kirche zu sein. Deshalb kann unser gegenseitiges Zudecken immer nur ein schwacher Abglanz des großen Zudeckers sein. Gott selbst zieht uns neu an, wenn wir nackt da liegen. Das ist in unserer Taufe passiert. In Gal 3,27 schreibt Paulus etwa: „Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus angezogen.“ Gott wird nackt. Nackt in einer Krippe, nackt an einem Kreuz, damit wir im purpurnen Kleid eines Königs in die Ewigkeit gehen können.

Das ist die Kirche, von der ich träume. Sie ist ein Ort, wo Nicht-Christen wie Christen gerade mit den dunklen Seiten ihres Lebens willkommen geheißen werden. Sie ist ein Ort des Zudeckens.

Darum ist der dritte Pflock in schlichten Worten zusammengefasst: Die Kirche ist ein Ort für Sünder und für Christen, die eine sündige Natur behalten.

4) Die Kirche in ihrer irdischen Wanderschaft hat eine Knechtsgestalt und ist dem Kreuz ihres Herrn gleichförmig.

Kommen wir zum vierten und letzten Pflock. Er lautet: „Die Kirche in ihrer irdischen Wanderschaft hat eine Knechtsgestalt und ist dem Kreuz ihres Herrn gleichförmig.“

Das Kirchenbild meiner Jugendzeit sah ganz anders aus. Ich komme aus einer von Willow-Creek geprägten Gemeinde. Wer einmal auf einem Willow-Kongress war, der weiß: Kirche kann anders, modern, hipp sein. Das ist eine Kirche, die begeistert. Hoch professionell. Dahin lädt man gerne seine Freunde ein. Denn das ist einfach nur cool. Eine Kirche, auf die ich stolz sein kann.

Das ist auch ein Bild von Kirche, das meinem Ego gefällt. Von so einer Kirche wäre ich gerne Pastor. Dann könnte ich beim nächsten Abi-Treffen mit stolzgeschwellter Brust erzählen, was ich jetzt beruflich mache.

Wenn wir in die Bibel schauen, kommen wir zu einem anderen Bild. Sowohl, was das Leben eines jeden einzelnen Christen angeht, als auch was die Kirche betrifft. Bereits die Kirche zu biblischen Zeiten hatte eine Knechtsgestalt, und sah nicht immer so aus, dass man für sie gerne eine Visitenkarte vorgezeigt hätte. Die Geschichte der Propheten und Apostel ist keine Erfolgsgeschichte im weltlichen Sinne.

Es ist wie Paulus im zweiten Korintherbrief schreibt:

Wir haben aber diesen Schatz in irdenen Gefäßen, auf dass die überschwängliche Kraft von Gott sei und nicht von uns. Wir sind von allen Seiten bedrängt, aber wir ängstigen uns nicht. Uns ist bange, aber wir verzagen nicht. Wir leiden Verfolgung, aber wir werden nicht verlassen. Wir werden unterdrückt, aber wir kommen nicht um. Wir tragen allezeit das Sterben Jesu an unserm Leibe, auf dass auch das Leben Jesu an unserm Leibe offenbar werde.“  (2Kor 4,7-10)

Die für alle Augen sichtbare Schönheit der Kirche liegt in der Zukunft. Jetzt ist sie dem leidenden Christus gleichförmig. Jesaja sagte über Jesus: „Er hatte keine Gestalt und Hoheit. Wir sahen ihn, aber da war keine Gestalt, die uns gefallen hätte.“ Und was für Jesus gilt, gilt erst recht für seine Kirche. Sie ist das Zelt Noahs, notdürftig geflickt, etwas schief im Wind stehend.

Aber ich will nicht missverstanden werden. Das ist keine Einladung, die Dinge besonders schlecht zu gestalten. Faul die Predigt nicht vorzubereiten oder den Gottesdienst maximal unattraktiv zu gestalten.

Ja, es ist richtig, was der Praktische Theologe Henning Luther einmal sagte. Dass es im Christsein um die „Heiligung des Fragments“ gehe. Mancherorts bekommt man jedoch den Eindruck, dass in Kirche die „Heiligung der Inkompetenz“ betrieben werde. „Heiligung des Fragments“ wird zur „Heiligung der Inkompetenz“ wenn sie als Ausrede für handwerklich einfachste Fehler herhalten muss, als Tarnung unserer Faulheit. Oder unserer Sünde, weil unser Herz doch an anderen Dingen statt an Jesus hängt und wir uns deshalb lieber mit jenen anderen Dingen beschäftigen statt das zu tun, was ein Pastor tun sollte.

Und dennoch: Selbst wenn wir unsere Aufgaben so gewissenhaft, gründlich, professionell und engagiert wie möglich tun, wird die Knechtsgestalt der Kirche bleiben.

Praktisch heißt dass, dass wir uns nicht immer Wundern müssen, wenn die Geschichten unserer Gemeinden keine Erfolgsgeschichten nach weltlichen Maßstäben werden. Das ist auch nicht die Zukunft, die die Bibel der Kirche verheißt.Ganz vereinfacht gesagt, redet die biblische Eschatologie davon, dass die Dinge schlimmer und schlimmer werden, bis der Herr selbst wiederkommt und seine Kirche in den neuen Himmel und auf die neue Erde führt. Bis dahin wird man sich immer wieder über uns lustig machen, weil wir eine Torheit verkündigen.

Entscheidend ist, dass wir die uns gestellte Aufgabe – das Evangelium predigen, die Sakramente austeilen – in Treue gegenüber unserem Herrn ausüben.

Etwas binnentheologisch formuliert: Wir stehen vor der Herausforderungen, die Implikationen der von Luther in der Heidelberger Disputation entworfenen „Kreuzestheologie“ ekklesiologisch fruchtbar zu machen. Luthers Thesen ekklesiologisch zu durchleuchten, wäre einen eigenen Vortrag wert.

Knapp gesagt würde dies bedeuten: Wir sind eine Kirche des Kreuzes und noch keine Kirche der Herrlichkeit. Und ihre Schönheit ist eine verborgene Schönheit, die oftmals „sub contrario specie“ – also in der Gestalt ihres Gegenteils – erscheint. Aber wer genau hinsieht, der erkennt die Schönheit in der Vergebung der Sünden, aus der die Kirche lebt.

Eine Montagskirche

Ich komme zum Schluss. Der amerikanische Theologe Rod Rosenbladt hat einmal gesagt, dass alle dogmatischen Loci vom Zentrum her, von der Rechtfertigungslehr her, zu entfalten sind. Für die Lehre von der Kirche habe ich versucht, meinen Beitrag dazu mit vier Banalitäten zu leisten.

Ich hoffe, vor Deinem inneren Auge ist ein Bild von diesem Zelt entstanden. Davon dass die Kirche in erster Linie etwas ist, was Gott für dich tut. Was das Evangelium ist und wie wir es in Wort und Sakrament weitergeben. Dass dieses Zelt für Sünder wie Noah, für Sünder wie mich und dich ist. Und das dieser alte Lumpen von einem Zelt in dieser Welt unter dem Zeichen des Kreuzes steht.

Von C.S. Lewis stammt ein Satz, der mir jedes Mal einen leichten Schauer über den Rücken jagt, wenn ich ihn lese. Er stammt aus seinem Essay „Das Gewicht der Herrlichkeit“. Nachdem Lewis die Schönheit, die Herrlichkeit in all ihrer Pracht beschrieben hat, die wir Christen einmal im Himmel haben werden, fügt er hinzu: „Doch bis dahin kommt für uns das Kreuz von der Krone und morgen ist immer noch Montag.“ Montag. Der nüchterne, triste Tag mit einer langen, beschwerlichen Arbeitswoche vor sich.

Wir sind und bleiben in dieser Welt eine Montagskirche. Aber das ist nicht schlimm. Denn Christus ist mit uns. Bis er dann sichtbar wiederkommen wird  und uns als ecclesia militans (die kämpfende Kirche) mit unseren durch den Tod getrennten Geschwistern der ecclessia triumphans (der triumphierenden Kirche) vereinigen wird. Dann werden wir eine Kirche des Sonntags sein. Eines Sonntags, der niemals aufhört. Und der notdürftige Fetzen eines Zeltes, der uns noch bedeckt, wird ausgetauscht werden durch die prächtigen Steine, das Marmor und Gold des neuen Jerusalems, wo wir in Ewigkeit wohnen werden.

 

 

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2 responses to “„Wie können wir die Kirche von morgen gestalten?“ (Vortrags-Manuskript)”

  1. Tobias Grassmann says :

    Lieber Malte, noch einmal vielen Dank für deinen gelungenen Vortrag.

    Da du um Feedback, gerne auch kritisches, gebeten hast, ein paar Aspekte, die deiner Darstellung nicht zuwider laufen dürften, die ich selbst aber doch stärker herausarbeiten würde.

    Mir fällt ein gewisser „Heilsindividualismus“ auf, der der lutherischen Theologie ja insgesamt nicht fremd ist und der zu einem gewissen Teil ja auch wichtig ist, weil der Ruf, das Heil, die Verheißung usw. eben dem unvertretbar Einzelnen und seinem Gewissen gelten. Die Orientierung, wie ich es so lese, ist: Wie bekomme ich einen gnädigen Gott?“, die Grundfrage der luth. Rechtfertigungslehre.

    Aber die kollektive bzw. universale Dimension sollte mit Blick auf die Bibel auch nicht unterbestimmt werden. A. Ritschl und W. Pannenberg sind mir da doch zu Augenöffnern geworden. „Rechtfertigung“ wird da gedacht als die individuelle Seite der Medaille „Versöhnung“, deren universale Seite „Reich Gottes“ heißt.

    Dazu ein paar Notizen:

    Jesus sammelt mit den 12 eine repräsentative Gruppe, die ja wohl für die Wiederherstellung der 12 Stämme Israels stehen. Er pflegt symbolische, auf das Reich Gottes verweisende Mahlgemeinschaft mit den „Zöllnern und Sündern“. Paulus und bes. dann der Eph entwerfen das Bild der Kirche als Versammlung aus Juden und Heiden, beide wohl (auch) als die exemplarischen „Extremfälle des Menschseins vor Gott“ verstanden und damit auf der Linie der Mahlgemeinschaft Jesu; doch ausgeweitet über Israel.

    Der Kreuzestod wird (gerade im Hebräerbrief, aber wohl auch in der paulinischen Literatur) nach dem at.lichen Vorbild des Versöhnungstags gedeutet, also als kollektive Versöhnung des Volkes durch eine versammelte Gemeinde mit Gott (Jesus Christus in der Doppelgestalt des Priesters und Opfers).

    Von diesem „Gesamtbild“ ausgehend kann man sagen: Die Kirche ist in ihren Vollzügen nie nur Heilsanstalt, sondern auch Vorschein (natürlich verborgen und mitunter sogar – in ihrer Spaltung – sub contrario!!!) der mit Gott und unter sich versöhnten Menschheit (möglicherweise sogar: Schöpfung). Gerade im Abendmahl als gemeinschaftlichem Vollzug sollte das mE mitgedacht sein, aber die Taufe als Antizipation von Tod und Auferstehung ist darauf ja (komplex) bezogen.

    Von dieser Grundlage aus lässt sich auch die „gesellschaftliche“ Funktion der Kirche bestimmen. Denn ihre Aufgabe in dieser Hinsicht ist zuerst und fundamental, gerade auch gegenüber der nichtchristlichen Welt und dem religiös neutralen Staat, diese versöhnte Menschheit in ihren Vollzügen zeichenhaft darzustellen: d.h. sich als Gemeinschaft der begnadigten Sünder in aller konkreten Vielfalt um Wort und Sakrament zu versammeln und Gottesdienst zu feiern.

    Damit lässt sie den Staat neben sich sein, aber deckt auch seine Grenzen auf und beschränkt ihn so auf seine Aufgabe, das Miteinander der Menschen unter der Sünde zu ordnen, ohne eine solche Versöhnung (unter den Menschen) selbst herstellen zu müssen oder gar auf das Gewissen (die Instanz der Versöhnung mit Gott) durchgreifen zu wollen.

    Hier ließe sich viel schreiben, aber ich denke, der Grundgedanke ist klar.

    Ist noch mal ein anderer „Faden“, der in dem Vortrag wahrscheinlich auch den Rahmen gesprengt hätte, doch ich meine, er lässt sich ansonsten in diese traditionell-lutherische Ekklesiologie einflechten, beseitigt eine gewisse Schlagseite und eröffnet Verbindungen zu anderen Lehrkomplexen…

    Mit besten Grüßen aus Göttingen
    Tobias Graßmann

  2. Malte Detje says :

    Lieber Tobias, vielen Dank Dir für Deine ausführliche Rückmeldung. Das wäre tatsächlich noch einmal eine Spur, die es sich lohnen würde aufzugreifen und die hier vielleicht etwas zu kurz gekommen ist. Und das ließe sich ja auch grundsätzlich verbinden. Etwa wenn man das Rechtfertigungselement über Luthers Bild vom fröhlichen Wechsel in der Freiheitsschrift stark machte (Christus er Bräutigam, tauscht mit uns der Braut), um dann auch auszuarbeiten, dass das Brautbild biblisch ein gemeinschaftliches ist. Nicht das Individuum, sondern die Kirche als Ganze ist die Braut Christi, die Gerechtfertigte. In jedem Fall: Schön von Dir zu lesen! Beste Grüße aus Hamburg!

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