Zwei wundervolle Geschichten über die Liebe unseres Himmlischen Vaters

Scott Keith hat mit „Being Dad: Father as a Picture of God’s Grace“ ein wunderbares Buch geschrieben. Für ihn können Eltern – gerade auch Väter – ein Bild für die Gnade sein, mit der uns unser Himmlischer Vater begegnet. Zwei der wundervollen Geschichten, mit denen Keith’s Book gespickt ist, und die auf ihrer Art jener des Vaters in der Erzählung „vom verlorenen Sohn“ gleichen, habe ich einmal ins Deutsche übersetzt.

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Geschwisterliebe

Meine Schwester gehört heute zu meinen besten Freunden. Aber als ich in der vierten Klasse war und sie in der zweiten – lasst es mich so sagen – da bildete aufopfernde, sich verschenkende Liebe nicht unbedingt das Fundament unserer Beziehung.

Es geschah an einem Nachmittag nach der Schule. Wir beide hatten einen Streit auf dem Treppenabsatz des zweiten Stocks unseres Hauses. Ich schlug ihr in den Bauch. Sie machte den Mund auf um zu schreien. In diesem Moment – ganz ohne nachzudenken – griff ich nach einer Sprühdose, die auf einem Tisch stand.

Die Älteren von Ihnen können sich vielleicht noch an die Zeit erinnern, als es noch legal war, DDT für die Gartenarbeit zu benutzen. Für alle Jüngeren: DDT war ein so gefährliches und giftiges Insektizid, dass es schließlich verboten wurde.

Meine Schwester holte also zum Schrei aus. Da hielt ich ihr die Dose vor das Gesicht und sprühte ihr das DDT in den Mund. In diesem Moment tauchte meine Mutter auf. Sie sah, was passiert war. Sie griff sich meine Schwester, rannte die Treppe runter und raus auf die Straße. Sie hielt das erste Auto an, das vorbeikam, stieg ein und schoss los zum Krankenhaus.

Ich ging in mein Zimmer, saß auf meinem Bett und wartete. Ich wartete auf das Ende und das Ende war nah. Nach einer halben Stunde öffnete sich unsere Haustür. Ich hörte Schritte auf der Treppe. Schritte, von denen ich wusste, dass es die meines Vaters waren. Ich wusste, dass die apokalyptische Wiederkunft und das Jüngste Gericht nun bevorstanden – und dass ich das voll und ganz verdient hatte.

Mein Vater betrat mein Zimmer und stand in der Tür. Er sah die Schuld und die Verzweiflung und den Schmerz und die Scham in meinem Gesicht stehen. Dann tat er etwas, das ich nie vergessen werde. Er öffnete einfach nur seine Arme. Ich brach in Tränen aus und rannte ihm pfeilschnell entgegen. Und er legte seine Arme um mich.

Ich kann jene Arme noch in diesem Moment fühlen. Und ich weiß, welche Arme es in Wirklichkeit sind. Es sind die Arme mit Nägelmalen in den Händen.

– Rev. James G. Munroe.

Das Auto

Nachdem ich meinen Führerschein gemachte hatte, vererbte mir mein Vater seinen alten Viertürer, einen Buick, um damit zur Schule zu fahren. Der Wagen hatte einen Reihen-Achtzylinder-Motor, weshalb er eine sehr, sehr lange Motorhaube hatte.

Ich hatte in einer Art Highschool-Bruderschaft um Aufnahme gebeten und war angenommen wurden. Den Neuen wurde es gestattet, ein Treffen zu „schwänzen“ und in der ganzen Stadt Hinweise zu hinterlassen, wo sie sich wohl verstecken könnten. Ich nahm fünf der Jungs in meinem Buick mit. Wir waren alle betrunken.

Vorsichtig fuhr ich aus einem toten Winkel. Als ich den 57er Ford auf uns zukommen sah, da stand meine Motorhaube bereits ganz auf seiner Spur. Er traf uns. Und wenn ich mich recht erinnere, dann verlor das andere Auto nur einen Scheinwerferring. Aber mein Buick zerfiel durch den Einschlag in seine Einzelteile.

Ich rief meinen Vater an und erzählte ihm, dass ich in einen Autounfall verwickelt war. Er fragte, ob wir alle wohl auf wären und wo wir uns befänden. Ich antwortete: „Ehrlich gesagt, nur ein paar Straßen von zu Hause entfernt, Papa, aber wir sind alle betrunken.“ Er entgegnete: „Bleib, wo Du bist. Ich lasse den Wagen abschleppen und komme vorbei um euch alle abzuholen.“

Später, nachdem wir alle Jungs nach Hause gebracht hatten, kamen wir zu uns nach Hause. [Mit einer gewissen Weisheit] bat er meine Mutter, uns allein zu lassen und wir gingen in einen abgeschiedenen Teil des Wohnzimmers. Er frage mich, wie es mir ginge. Ich antworte: „Ich zittere.“ Er sagte: „Das ist der Schock. Alles wird gut.“

Ich war in Tränen aufgelöst und mir wurde klar, dass das, was ich getan hatte, nach jedem erdenklichen Maßstab zu viel des Guten war. Er legte seine Arme um meine Schultern und sagte: „Ich glaub, ich weiß, was Du jetzt brauchst. Du brauchst ein neues Auto. Schau dich diese Woche etwas um und guck, was du finden kannst und ich werfe in meiner Mittagspause auch einen Blick drauf.“ Und das war das Ende der ganzen Geschichte. [An diesem Tag wurde ich von einem Agnostiker zu einem Theisten.]

– Dr. Rod Rosenbladt

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