„Christsein heißt Teil der Mannschaft Jesu zu werden“ – Der Erfahrungsbericht eines geistlichen Fußballspielers

Es kommt nicht auf den Kritiker an; nicht auf den Mann, der erklärt, warum der starke Mann gestrauchelt ist oder wie ein Mann der Tat es hätte besser machen können. Der Lorbeer gebührt dem Mann, der tatsächlich in der Arena steht, dessen Gesicht mit Staub und Schweiß und Blut verschmiert ist; der tapfer strebt; der sich irrt, wieder und wieder scheitert, weil es kein Fortkommen ohne Irrtum und Fehler gibt; der sich tatsächlich bemüht, das Nötige zu tun; der den großen Enthusiasmus und die wahre Hingabe kennt; der für eine Sache, die es wert ist, alles gibt; der im besten Falle schließlich den Triumph einer großen Leistung kennen lernt und im schlimmsten Fall scheitert, weil er Großes gewagt hat, so dass sein Platz niemals bei den kalten, furchtsamen Seelen ist, die weder Sieg noch Niederlage kennen.

Dieses berühmte Zitat des US-amerikanischen Präsidenten Theodore Roosevelt ziert inzwischen nicht nur als Tattoo den Körper von Miley Cyrus, es sind auch Worte, die mir in der Literatur zu „Führen und Leiten“ immer wieder begegnet sind. Es sind inspirierende Worte. Sie machen Mut, alles zu geben. Ich will doch nicht der zuschauende Kritiker sein. Ich will der sein, der in der Arena des Lebens alles gegeben hat.

© tungphoto / FreeDigitalPhotos.net

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Ich dachte lange Zeit, mit dem Christsein wäre es ganz ähnlich. Da gibt es viele Menschen, die wie diese Zuschauer sind. Sie kritisieren aus der Ferne, ohne selbst etwas zu riskieren. Es sind die Menschen, die vielleicht an Weihnachten mal zum Gottesdienst auftauchen und am Stammtisch immer etwas an der Kirche herumzunörgeln haben. Aber ein echtes Leben mit Gott riskieren sie nicht.

Echte Christen hingegen betreten die geistliche Arena. Sie spielen geistlich Fußball. Sie geben keine altklugen Kommentare von der Tribüne aus ab, sondern lassen sich von ihrem Coach Jesus einwechseln. Ihr Coach Jesus lädt sie ein, Teil eines fulminanten Fußballspiels zu werden und Teil einer genialen Mannschaft: der Kirche.

Christsein bedeutet also geistlich Fußball zu spielen. Ich werde vom Zuschauer zum Spieler. Ich lasse mich von Jesus gebrauchen. Ich setze meine Gaben ihm zu Ehre ein. Ich baue gemeinsam mit ihm an seinem Reich. Ich engagiere mich in der Kirche. Ich lebe im Alltag als Christ. Und ich lade andere dazu ein, selbst Teil dieser Mannschaft zu werden. Das ist Christsein.

Inzwischen denke ich nicht mehr so. Warum? Was ist passiert?

Ich habe mittlerweile geistlich Fußball gespielt. Das ist passiert. Und dabei hat sich herausgestellt, dass ich im geistlichen Fußball ungefähr ähnlich begabt bin wie im „echten“ Fußball. Nämlich gar nicht. Ich habe mir mit unnötigen Fouls Karten abgeholt, mich als wahres Fehlpasswunder entpuppt und meinem Team einige Strafstöße eingebrockt. Würde mich nicht wundern, wenn man mich dafür auf immer und ewig auswechselt.

Umso dankbarer bin darum dafür, dass es beim Christsein eigentlich um etwas ganz anderes geht. Oder präziser gesagt: dass es um jemand anderen geht. Es geht um Jesus. Er ist Torwart, Libero, Mittelfeldregisseur und Starstürmer in einer Person. Und er hat im geistlichen Fußballspiel meines Lebens mal wieder einen Hattrick geschossen.

Christentum: Das heißt weniger, dass ich für Gott vom Zuschauer zum Aktiven werde, sondern dass Jesus Christus für mich aktiv geworden ist. Es geht weniger um meinen Einsatz für Jesus, sondern um Jesus, der über die vollen 90 Minuten alles für mich gegeben hat. Er lebte das perfekte christliche Leben und machte mit seinem Einsatz auch am Kreuz nicht halt. Vor Gott wird mir das angerechnet, als wäre es meins gewesen. Ich stehe vor Gott wie ein geistlicher Starstürmer da. Nicht wegen meiner Leistung, sondern dem, was Jesus für mich geleistet hat. Nicht wegen meiner Tore, sondern wegen seiner Tore.

Ist Christsein darum Passivität, eine Rückkehr auf die geistliche Zuschauertribüne? Nicht unbedingt. Aber vielleicht ist es im geistlichen Fußball an dieser Stelle ähnlich wie beim „echten“ Fußball. Man spielt dann befreit auf, wenn man weiß, dass das Spiel eigentlich schon entschieden ist. Aber ich will das Bild auch nicht überstrapazieren…

Am Ende des Tages heißt Christsein Durchatmen. Denn das Spiel ist schon entschieden. Jesus hat alle notwendigen Tore geschossen. Und egal wie viele Fehlpässe ich im Leben als Christ noch spiele, der Sieg ist mir nicht mehr zu nehmen.

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