5 Kirchenbilder – und wie sie Deine Innovationsfreudigkeit prägen

„Nenne mir Dein Kirchenbild und ich sage Dir, wie innovationsfreudig Du Deine Gemeinde leitest.“ Wer eine Gemeinde verändern möchte, stößt oftmals auf Widerstand. Eine Ursache dafür können verschiedene Kirchenbilder sein. Der Artikel stellt Dir 5 verbreitete Kirchenbilder vor und wie sie sich gegenüber Veränderungen verhalten.

© imagerymajestic / FreeDigitalPhotos.net

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Aber was ist überhaupt ein Kirchenbild? Mit „Kirchenbild“ meine ich eine bestimmte Vorstellung von Kirche. Wir alle tragen solche Vorstellungen mit uns herum. Das finden wir bereits in der Bibel. Auch hier wird die Gemeinschaft der Christen mit verschiedensten Bildern beschrieben: Braut Christi, Leib Christi, Tempel Gottes und so weiter.

Solche Kirchenbilder stecken in uns oftmals unbewusst. Und dort prägen sie erheblich, wie innovations- und veränderungsfreudig wir uns Gemeinde vorstellen. Übrigens: Auch die anderen Gemeindeglieder haben (oftmals unbewusste) Kirchenbilder. Wer also mit seinen Veränderungswünschen aneckt, hat es womöglich mit sehr unterschiedlichen Kirchenbildern, die aufeinanderprallen, zu tun.

Aber was für Kirchenbilder gibt es denn so? 5 Beispiele.

Kirche ist wie…

1) … eine Behörde!

Eine Behörde, ein Amt oder eine Institution. Man denke hier zum Beispiel an das Bürgeramt im Rathaus. Und in der Tat: Kirche hat damit mancherlei Gemeinsamkeiten! Schließlich heißt es ja auch Pfarramt. Viele Menschen kommen zur Kirche für Amtshandlungen: Taufen, Trauungen und Beerdigungen.

© Rainer Sturm / pixelio.de

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Nur innovationsfreudig sind Ämter und Behörden nicht gerade. Das wissen die meisten aus eigener Erfahrung. Institutionen stehen für Stabilität mit allen dazugehörigen Vor- und Nachteilen.

2) … ein Unternehmen!

Manch einer will seine Gemeinde wie ein Unternehmen leiten. Die Angebote der Gemeinde sind an den „Kundenbedürfnissen“ auszurichten. Auch die Gemeindearbeit braucht ein Marketing und muss geistlich gesehen rentabel sein. Was ist der Missionsbefehl? Wir wollen unser Produkt „Evangelium“ so oft wie möglich an den Mann bringen!

© Ambro / FreeDigitalPhotos.net

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Unternehmen sind deutlich innovationsfreudiger und können fast jede Veränderung mitmachen, die den „Kundennutzen“ fördert.

3) … eine Bewegung!

„Occupy Wall Street“ ist eine und die erste Christenheit war es in vieler Hinsicht wohl auch: eine Bewegung. Bewegungen haben stets ein verbindendes Thema, sie sind dynamisch und äußerst flexibel. Sie sind nicht nur innovationsfreudig, Innovation ist ihr Thema.

© Sira Anamwong / FreeDigitalPhotos.net

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Wer sich einer Bewegung anschließt, der will etwas verändern. Außerdem zeichnen sich Bewegungen durch flache und sich spontan bildende Hierarchien aus.

4) … ein Verein!

Vereine gibt es viele: Die freiwillige Feuerwehr, der Fußballclub oder eben der Schützenverein. Kirchengemeinden haben einiges mit ihnen gemeinsam. Das Gemeindehaus ähnelt in manchem einem Vereinsheim. Auch trifft man sich bei beidem wöchentlich für gemeinsame Aktivitäten und zahlt irgendwie einen Mitgliedsbeitrag.

© Günter Havlena / pixelio.de

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Sind Vereine innovationsfreudig? Das ist hier weit weniger eindeutig als bei den anderen Bildern. Aber in mancherlei Hinsicht stehen Vereine für Beständigkeit.

5) … eine Familie!

Für manch einen ist Gemeinde wie eine Familie. Und so wie Familien, können auch Gemeinden eigene Bräuche, Rituale und Traditionen entwickeln können. Manche Familien freuen sich, wenn ein Familienmitglied einen Freund mitbringt, andere beäugen die neue Schwiegertochter jedoch mit Argwohn.

© imagerymajestic / FreeDigitalPhotos.net

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Auch wenn dieses Kirchenbild sehr unterschiedlich gegenüber Innovation und Veränderung eingestellt sein kann, dominiert auch hier eher die beharrende Seite.

Ich möchte nun keine Präferenz für ein bestimmtes dieser Kirchenbilder abgeben, obwohl ich hier sicherlich Vorlieben habe. Ich möchte Dich nur ermutigen, Dein eigens Kirchenbild und das Deiner Gemeinde zu reflektieren. So wirst Du vielleicht ein Stück besser verstehen können, warum Deine Gemeinde gegenüber Veränderung so eingestellt ist, wie sie es ist.

Frage: Wenn Du diese fünf Bilder in ein Ranking bringen müsstest, wie sähe es aus? Welches Bild fehlt Dir in dieser kleinen Auswahl? Inwiefern wäre es eine Lösung, auf all diese Bilder zu verzichten und bei den biblischen Bildern zu bleiben? Inwiefern brächte das andere Probleme? Inwiefern lassen sich solche Kirchenbilder verändern? Ich freu mich über einen Kommentar!

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2 responses to “5 Kirchenbilder – und wie sie Deine Innovationsfreudigkeit prägen”

  1. preachitbaby says :

    Ein sehr interessanter Artikel!
    Für mich ist besonders das Bild der „Bewegung“ wichtig, denn auch wenn es bestimmte wichtige Fundamente gibt, ist Gemeinde & Kirche immer unterwegs, an verschiedenen Orten zu verschiedenen Zeiten, sowohl von diesen geprägt als auch auf der Suche nach Anschlussfähigkeit. „Bewegung“ drückt für mich vor allem aus, dass Strukturen und Formen eine vorübergehende Sache sind, dass es etwas anderes gibt, was uns zusammenhält.
    In letzter Zeit denke ich aber auch viel über Gemeinde als „Familie“ nach. „Familie“ heißt für mich, dass man mit Menschen zusammengestellt ist und diese so nimmt, wie sie sind, auch wenn man ihnen sonst nie begegnet wäre und sie vermutlich auch keine Freunde geworden wären. „Familie“ ist immer die Chance, Beziehung zu Menschen zu haben, die man sonst nicht kennengelernt hätte. Außerdem ist das Zugehörigkeitsgefühlt im Vergleich zum Bild der „Bewegung“ noch stärker und personaler ausgeprägt, da man sich ja nicht einfach so einer anderen „Familie“ anschließen kann.
    Dem Bild „Verein“ stehe ich irgendwie eher ablehnend gegenüber. Ich finde, Gemeinde muss mehr sein als ein Sportverein oder die freiwillige Feuerwehr. Man könnte es aber auch positiv besetzen: In Vereinen gibt es oft enge Freundschaften und man teilt das gleiche Anliegen. Nur ist Glaube für mich mehr als ein Hobby, es ist eher ein Lebensstil, etwas, das mich deutlich mehr betrifft als ein Häkelclub.
    Liebe Grüße! Mathilda

  2. Malte says :

    Danke für den gewinnbringenden Kommentar. Stimmt! Auch das Familienbild hat seine Vorteile, etwa das man sich seine Familie nicht aussuchen kann. So ist es in der Gemeinde ja oft irgendwie auch.

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