„Was tun, wenn ich als Führungskraft nichts verändern kann?“

Es ist doch zum Mäusemelken! Man gibt sich als Führungskraft so viel Mühe und es scheint keinen Unterschied zu machen. Was tun? Hinschmeißen? Vielleicht wäre es nun hilfreich nun einer ganz anderen Ebene anzusetzen: Bei den Werten.

© imagerymajestic / FreeDigitalPhotos.net

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Ich selbst habe es schon öfters erlebt, dass man als Führungskraft nichts zu verändern scheint. Da gibt es eine neue Strategie, einen neuen Plan, von dem ich sehr überzeugt bin. In einer Sitzung stelle ich verschiedenen Mitarbeitern diese neue Strategie begeistert vor. Überall Kopfnicken. Jeder scheint einverstanden. Der ein oder andere kann in meine Begeisterung sogar einstimmen. Ich bin zufrieden.

Doch nach einigen Wochen und Monaten stellt sich bei mir langsam die Enttäuschung ein. Nichts hat sich verändert. Keiner der Mitarbeiter setzt die Strategie wirklich um. Jeder fährt weiterhin den alten Stiefel. Die neue Idee ist einfach verpufft.

„Culture eats strategy for breakfast.“

Ich musste an dieser und anderer Stelle lernen, dass es etwas gab, das viel ausschlaggebender war als die offizielle Strategie. Und dieses Etwas lässt sich gut mit dem Begriff Kultur beschreiben.

Peter Drucker wird der Ausspruch „Culture eats strategy for breakfast“ zugeschrieben. Auf Deutsch heißt das in etwa soviel wie: „Strategie hat gegen Kultur nicht den Hauch einer Chance.“ Und wie Recht er hat! Denn was war mir passiert?

Unter der Oberfläche gab es eine „Kultur der Konfliktvermeidung“. Das Leitmotto lautete „Konflikte tragen wir stets indirekt aus.“ Auch wenn man nicht einverstanden war, nickte man erst einmal artig mit. So kann man schließlich den Schein der Harmonie wahren und gleichzeitig die unangenehme Neuerung dann im Nachgang torpedieren.

Ergo: Auch die beste Strategie hilft nichts, wenn die Kultur nicht stimmt.

Die eigentliche Herausforderung besteht jedoch darin, dass die meisten Aspekte einer Organisationskultur unbewusst sind. Kaum einer könnte sie spontan benennen. Über Jahre haben sie sich festgesetzt, sowohl die schlechten als auch die guten Aspekte einer Kultur.

Die Aufgabe: Verborgene Werte an die Oberfläche holen

Die Aufgabe einer Führungskraft ist es an dieser Stelle, die verborgene Kultur an die Oberfläche zu holen und gemeinsam mit dem Team zu prüfen, welche Aspekte der Kultur für die Erreichung der eigenen Ziele hilfreich sind und welche nicht.

Ein Aspekt von Kultur sind Werte. Und an dieser Stelle kann nun relativ praktisch angesetzt werden. Zwar kann man eine Kultur nicht einfach von Tag auf Nacht ändern, aber man kann sie Stück um Stück ein wenig „gesunder“ machen.

Dazu könntest Du Folgendes tun. Ihr nehmt euch als Team ein paar Stunden gemeinsam Zeit. In dieser Zeit erarbeitet ihr gemeinsam zwei Listen. In die erste Liste schreibt ihr alle Werte auf, die eurer Meinung nach am besten die gegenwärtige Kultur eurer Organisation/ eures Teams beschreiben. Achtung: Nicht die Werte, die eure Kultur beschreiben sollten, sondern eure wirklich vorhandenen Werte.

Dann erstellt ihr eine zweite Liste. Hier notiert ihr gemeinsam Werte, nach denen ihr gerne gemeinsam Handeln möchtet. Eine Art ideale Kultur.

Damit lassen sich nicht alle Probleme lösen, aber man macht einen ersten Schritt auf der Reise hin zu einer gesunden Organisationskultur, indem man gemeinsam über verborgene Werte reflektiert.

Beispiele für Werte

Zum Abschluss möchte ich ein paar Beispiele für „gesunde Werte“ geben, um das Thema Werte ein wenig plastischer zu machen:

  1. „Lästern wird bei uns nicht toleriert.“
  2. „Konflikte tragen wir sofort aus.“
  3. „Wir sind pünktlich.“
  4. „Wer nicht kann, meldet sich rechtzeitig ab.“
  5. „Jeder gibt sein Bestes.“
  6. „Konstruktive Konflikte sind bei uns etwas Gutes.“
  7. „Versprechen werden gehalten.“
  8. „Wir verzeihen Fehler mit großem Herzen.“
  9. „Jeder übernimmt Verantwortung für die Zukunft der gesamten Organisation und nicht nur für seine spezielle Aufgabe.“
  10. „Unterschiedliche Meinungen werden begrüßt.“

Frage: Ich habe nun ein paar Beispiele für „gesunde Werte“ gegeben. Was fallen Dir für Beispiele für „ungesunde“, aber weit verbreitete Werte ein? Erstelle eine Liste. Welche Schritte müssten Deiner Meinung nach folgen, um einmal festgelegte Werte dann auch im Alltag zu implementieren?

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