Kreativ sein mit Methode – Teil 2: 7 konkrete Tools

Ob wir gemeinsam ein neues Konzept entwickeln, einen Namen suchen oder innovativ ein herausforderndes Problem lösen wollen: Immer braucht es dazu Kreativität. In diesem Beitrag stelle ich 7 ganz konkrete Tools und Methoden vor, um allein oder als Gruppe kreativer zu werden.

© Vlado / FreeDigitalPhotos.net

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Dieser Beitrag ist die Fortsetzung dieses Blogposts. Dort habe ich 8 Grundsätze vorgestellt, mit deren Hilfe man methodisch kreativ sein kann. Die folgenden 7 Tools verstehen sich als eine konkrete Entfaltung dieser Grundsätze:

1) Das Phasenmodell: Die Grundidee dabei ist, dass man die verschiedenen Prozesse voneinander trennt. Man beginnt mit einem klassischen Brainstorming. Wirklich JEDE Idee wird notiert. Die wichtigsten Ideen werden in einem zweiten Schritt selektiert. In einer dritten Phase werden alle Pro-Argumente zu einer Idee gesammelt, erst dann viertens alle Kontra-Argumente. Bei Bedarf kann man noch eine „Gefühlsphase“ hinzunehmen. Anders als bei den Pro- und Kontra-Phasen soll diese bewusst nicht rational sein.

2) Die Kopfstandtechnik: Sie besteht aus einem Dreischritt: a) Die Ausgangsfrage wird auf den Kopf gestellt: (Bsp.: „Wie sähe ein Jugendgottesdienst aus, bei dem sich Nicht-Christen maximal unwohl fühlen?“). b) Nun wird ein klassisches Brainstorming gemacht. c) Alle hierbei gewonnen Aspekte werden für jedermann visualisiert. Nun stellt man sich zu jedem Aspekt die Frage: „Welche konkrete Maßnahme müssen wir ergreifen, damit dieser Aspekt nicht eintritt?“

3) Die Provozierende Operation: Der Moderator bringt in die Gruppe ein bewusst aufrüttelndes Statement und stellt dem das Kürzel „PO“ davor. So weiß jeder, dass es nicht ganz ernstgemeint ist. Es dient aber als Sprungbrett für neue Ideen. Bsp.: „PO: Wir feiern Gottesdienste nur noch in der Disco.“ Oder: „PO: Gottesdienste dauern bei uns ein Jahr.“ Es geht dabei gar nicht darum, einen Gottesdienst dann wirklich in einer Disco zu feiern, sondern sich durch die Verfremdung inspirieren zu lassen.

4) Dreieck auf der Spitze: Dieses Tool ist besonders für einen kreativen Umgang mit Problemen geeignet. Man stelle sich das Problem wie ein Dreieck vor, das auf der Spitze steht. Damit das so stehende Dreieck nicht aus der Balance gerät, wird es von Balken gestützt. Diese Balken stehen für die negativen Kräfte, die dafür sorgen, dass das Problem weiterhin bestehen bleibt. Die Gruppe fängt nun an jene negativen Kräfte zu identifizieren und so die Stützen zu beschriften. Nun überlegt man sich zur jeden Stütze eine Maßnahme, um diese quasi durchsägen zu können.

5) TDU: TDU steht für „Tu das Unerwartete.“ Die Idee dabei ist, dass man Bestehendes durch plötzliche Verhaltensänderung irritiert und so Raum für Neues schafft. Dazu muss ich in einem ersten Schritt den Ist-Zustand analysieren und zum Beispiel meine Standard-Handlungsmuster identifizieren. Dann tue ich in einem zweiten Schritt etwas Unerwartetes. Beispiel: Gebe ich als Leiter in der Regel die Problemlösung vor, halt ich mich einmal sehr bewusst zurück und schaue, wie die Gruppe die Lücke füllt und neue Lösungsideen entwirft.

6) Paarvergleichsmethode: Diese Methode ist nicht zur Generierung, sondern zur Bewertung verschiedener Ideen geeignet. Man hat verschiedene Ideen, muss sich aber für eine entscheiden. Nun schreibt man jede Idee auf eine Karte und ordnet sie willkürlich von oben nach unten an. Nun vergleicht man die ersten beiden Karten miteinander. Die bessere Karte bleibt oben, die schlechtere unten. Nun vergleicht man die schlechtere Karte mit der dritten, usw. Das Prinzip: Man setzt einen Vergleich in eine Richtung so lange fort, bis die Karte aufhört zu wandern. Danach macht man dort weiter, wo die Karte die Wanderung begonnen hat. Ergebnis: Man hat ein transparentes Ranking.

7) Mad Man, Architekt, Zimmermann, Richter: Das Modell (hier von mir näher ausgeführt) wurde für Schriftsteller entwickelt, lässt sich aber auch auf andere Zusammenhänge übertragen. Man teilt den Schaffensprozess in vier Phasen ein. Zuerst betritt der Mad Man den Raum. Alle Ideen, die kommen, werden aufgeschrieben. Nichts wird gefiltert. Nun kommt der Architekt. Er sichtet das Material des Mad Mans wie einen Steinbruch und erstellt eine Struktur für den Text/Vortrag. Der Zimmermann schreibt daraus nun einen Text. Als letztes erst kommt der Richter, der noch einmal kritisch den Text durchschaut und verbessert.

Frage: Welches dieser Tools könntest Du Dir vorstellen, in Zukunft einmal anzuwenden? Kennst du weitere hilfreiche Tools, um gemeinsam oder allein kreativ zu sein? Wenn ja, freue ich mich über einen Kommentar!

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2 responses to “Kreativ sein mit Methode – Teil 2: 7 konkrete Tools”

  1. Katha says :

    Hi Malte,

    klasse Methoden!
    Kennst Du die Methode des Mindmapping?
    Ist gar nicht mehr so neu aber extreeem kreativ.
    Und sowohl für Gruppen als auch für Einzelpersonen anwendbar.
    Sowohl um Einkaufszettel zu schreiben, um Reden zu strukturieren, Zukunftspläne zu entwickeln, Projekte zu planen oder sein Testament zu machen.

    Lg
    Katha

    • Malte says :

      Mindmapping finde ich in vielerlei Hinsicht auch klasse. Vor allem in der Examensvorbereitung hat es mir das Leben vielfach leichter gemacht!

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