10 Tipps, um junge Leiter in Deiner Jugendarbeit zu fördern

Es gehört zu den Sternstunden einer kirchlichen Jugendarbeit, wenn Jugendliche selbst Verantwortung übernehmen. Der Hauptamtliche tritt in den Hintergrund und junge Leiter machen es „zu ihrem Ding“. Das ist ein hehres Ziel. Aber wie kann das gelingen? Wie kann ich junge Leiter fördern?

© jutta rotter  / pixelio.de

© jutta rotter / pixelio.de

Letze Woche hatte ich das Privileg, einen Tag gemeinsam mit der „Arbeitsgemeinschaft Jugendevangelisation“ hier bei uns in Schleswig-Holstein zu erleben. Die gemeinsame Zeit hat mich sehr bereichert. Ich durfte darüber sprechen, wie man junge Leiter in der Jugendarbeit entdecken und fördern kann. Die folgenden zehn Tipps sind mein persönliches Ergebnis:

1. Zeige jungen Leitern, wie sie zum großen Ganzen beitragen. Entdecke mit ihnen gemeinsam eine Vision. Eine Vision motiviert, weil sie auch noch so kleinen Arbeiten einen Sinn verleiht. Auch gibt eine Vision Disziplin. Disziplin meint, ich mache jetzt etwas, das ich eigentlich gar nicht tun will, um dadurch etwas zu erreichen, was ich will. Wenn die Vision klar ist, dann nehmen junge Leiter auch manche Mühen in Kauf.

2. Beachte, dass Jugendliche in der Entwicklung sind und stimme dein Handeln darauf ab. Wir fragen: Wo steht der junge Leiter in seiner Entwicklung? Was wäre der nächste Schritt, den ich gemeinsam mit ihm oder ihr gehen könnte?

3. Hilf jungen Leitern, ihren persönlichen Platz in der Gemeinde zu finden. Wir arbeiten mit Jugendlichen stärkeorientiert. Um Jugendlichen bei der Ermittlung ihrer Stärken zu helfen, gibt es viele hilfreiche Tools. Du könntest zum Beispiel mit ihnen ein Igel-Konzept entwickeln.

4. Übertrage Verantwortung und lass los. Junge Leiter wachsen, wenn sie selbst für Projekte verantwortlich sind. Deshalb übertrage ihnen wichtige Aufgaben, nicht nur Möchtegern-Jobs. Hilfreich ist es auch, sein eigenes Verhaltensrepertoire zu erweitern. Ein Beispiel: Verhalte ich mich meistens initiativ, halte ich mich einmal bewusst ganz still zurück. Dadurch entsteht eine neue Dynamik und ein Freiraum, in den junge Leiter eintreten können.

5. Delegiere sorgfältig und nicht flüchtig. Viele Leiter kennen leider nur zwei Extreme. Entweder ich erledige die Aufgabe selbst oder: „Schwups, nun ist es Deine Aufgabe! Sieh zu, wie du damit klar kommst.“ Tatsächlich ist gute Delegation jedoch ein mehrstufiger Prozess. Michael Hyatt nennt diesen 5-stufigen Prozess the fine art of delegation.

6. Lass junge Leiter experimentieren und dabei auch scheitern. Nur wer experimentieren und Fehler machen darf, entwickelt sich.

7. Hilf jungen Leitern aus ihren Erfahrungen zu lernen. Das ist das nötige Gegenstück zum Experimentieren. Aktion braucht Reflexion. Junge Leiter wachsen, wenn sie aus ihren Erfahrungen lernen. Peter Senge schlägt dafür eine relativ simple Methode vor. Ein sogenanntes After Action Review. Nach einer Gruppenstunde, Konfirmandenfreizeit oder einem Jugendgottesdienst stellt ihr euch drei Fragen: a) Was ist passiert? b) Was hatten wir erwartet? c) Was lernen wir aus der Differenz?

8. Mache jungen Leitern Mut zum Bibellesen und Gottesdienstbesuch. Für die Entwicklung von jungen Leitern ist es entscheidend, dass sie regelmäßig ihre Bibel lesen und in den Gottesdienst gehen. Das ist auch nicht gesetzlich, sondern schlicht und einfach notwendig. Ein junger Leiter bringt Frucht, wenn er mit der Quelle verbunden ist: Jesus Christus. Das geschieht aber, wo wir sein Wort erst einmal äußerlich hören. Das passiert wiederrum vor allem beim Bibellesen und im Gottesdienst, wo er in der Predigt zu uns redet und in seinem Sakrament leibhaftig gegenwärtig ist.

9. Lebe vor, was es heißt, ein guter und dienender Leiter zu sein. Praktisch heißt das auch: Zeit investieren! Junge Leiter entwickeln sich nicht von selbst. Sie brauchen Deine Zeit. Sie brauchen auch Dein Gebet und deine Fürbitte. Vorbild sein, meint aber auch, das zu leben, was ich erzähle. Peter Drucker brachte es so auf den Punkt: Walk the talk!

10. Führe junge Leiter zum Zentrum. Damit Du aber junge Leiter zum Zentrum führen kannst, musst Du selbst das Zentrum klar vor Augen haben. Du musst es sehen und immer wieder betrachten. Was ist das Zentrum? Das Evangelium ist das Zentrum. Was ist aber das Evangelium?

Das wir mit Gott zusammen sein Reich bauen können? Nein. Dass Gott uns dabei hilft, unser Leben zu führen? Nein. Dass Jesus einen Plan für unser Leben hat? Nein. All das sind wichtige Konsequenzen des Evangeliums, aber nicht das Evangelium selbst. Was ist nun das Evangelium? Oder noch spezifischer: Was ist das Evangelium für Dienende Leiter?

Du bist vielleicht kein Diener, aber Du hast einen Diener! Markus 10,45: „Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und sein Leben gebe als Lösegeld für viele.“ Aus deiner Gefangenschaft in Sucht nach menschlicher Bestätigung kauft er Dich frei. Hast Du Dir in der Jugendarbeit die Füße schmutzig gemacht, mit sündigen Gedanken, Worten und Werken, er kniet sich vor Dir nieder und wäscht Dir die Füße. Hab das fest vor Augen! Alles andere beginnt zu fließen.

Frage: Wodurch bist Du als junger Mensch am meisten gewachsen? Welchen Hinweis würdest Du geben, der noch nicht in dieser Liste enthalten ist? Welchen dieser Hinweise hältst Du auch für Erwachsene hilfreich? Welchen nicht? Ich freue mich auf einen Kommentar!

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4 responses to “10 Tipps, um junge Leiter in Deiner Jugendarbeit zu fördern”

  1. echouette says :

    Ich habe schon viele ähnliche Erfahrungen in der Jugendarbeit gemacht. Mir fällt gerade kein weiterer Punkt ein.

    Bei den Erwachsenen finde ich wichtig zu beachten, dass es verschiedene Generationen sind, die Kirchesein verschieden erlebt haben. Somit treffen manchmal zwischen Erwachsenen und Jugendliche verschiedene Anschauungen aufeinander. Beide Seiten müssen füreinander sensibilisiert und dazu ermutigt werden die Lebenswelten zu „erfragen“.

  2. Fabian says :

    Ich kann dazu passend das Buch „Abenteuer Jugendarbeit“ von Doug FIelds sehr empfehlen, er greift in dem Buch viele der Punkte auf.

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