6 praktische Schritte um eine Predigt merkbar zu machen

Zum einen Ohr rein – zum anderen wieder raus. Predigten werden leider viel zu schnell vergessen. Ich möchte Dir sechs Vorschläge machen, damit deine Predigt beim nächsten Mal besser haften bleibt.

©  digitalart / FreeDigitalPhotos.net

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Die Realität ist zum vergessen

Sein wir doch mal ehrlich. Wie viel ist wohl in den Köpfen der Gemeinde hängengeblieben, wenn ich oder Du die Kanzel herunterschreitest. Am Ausgang heißt es dann oft, die Predigt sei heute „gut“ gewesen. Will man jetzt wirklich nachfragen, worin dieses „Gute“ bestand? Die Gefahr ist groß, dass am Ausgang schon nicht mehr viel da ist. Ist überhaupt noch bekannt, was eigentlich der Predigttext war?

Wenn es nun schon am Ausgang so aussieht, wie erst nach ein paar Tagen? Mach doch mal den praktischen Test: Kannst Du die Inhalte der letzen Predigt, die Du gehört hast, noch wiedergeben?

Warum die Predigt merkbar machen?

„Halt!“ – Mag mir nun manch einer entgegenrufen. Soll es denn wirklich unser Ziel sein, dass die Gemeinde sich die Inhalte der Predigt merken kann? Das Ziel einer Predigt sollte doch nicht die Wiedergabe von Wissen, sondern ein verändertes Leben sein. Solange die Predigt für den Alltag der Menschen einen Unterschied macht, ist es auch egal, ob sie inhaltlich noch präsent ist oder nicht.

Wenn ich ehrlich sein soll, bin ich mir da aber nicht so sicher. Natürlich, dem Satz „Es kommt auf veränderte Leben und nicht auf die bloße Wiedergabe von Informationen an“ stimme ich uneingeschränkt zu. Ich bezweifle jedoch, dass man beides gegeneinander ausspielen darf. Wahrscheinlich gibt es zwischen beidem eher eine positive Korrelation: Inhaltliche Klarheit führt mit höherer Wahrscheinlichkeit auch zu einem veränderten Leben. Der Grund? Was ich mir gemerkt habe, das „predigt“ in meinem Kopf weiter, auch wenn ich die Kirche schon längst verlassen habe.

Deshalb stellt sich mir und Dir nun die Frage:

  • Hast Du eine Predigt schon einmal bewusst daraufhin konzipiert, dass sie gut merkbar ist?
  • Hast Du eine deiner Predigten schon mal auf diesen Gesichtspunkt hin analysiert?

Wenn ich ehrlich sein soll, dann habe ich mich mit diesen Fragen bisher auch kaum beschäftigt. Eine kleine Google-Recherche kam zu diesem Ergebnis:

6 Praktische Schritte

1)      Schaffe Dir selbst Klarheit!

Die Predigt braucht eine Hauptaussage, die auf eine kreative Art und Weise wieder und wieder wiederholt werden muss. Dafür braucht man natürlich erst einmal eine Hauptaussage, den einen zielführenden Gedanken. Oft verzetteln wir uns viel zu sehr in Nebensächlichkeiten.

2)      Arbeite mit guten Gliederungen!

Eine gute Gliederung bleibt hängen, wenn man sie kommuniziert. Schon Aristoteles prägte hier das Motto: „Sage am Anfang, was Du sagen wirst. Sage es. Sage am Ende, was Du gesagt hast.“ Hier ist Kreativität besonders gefragt, denn solche Gliederungen wirken schnell plump.

3)      Benutze wiederkehrende Sätze!

Ich habe besonders die Predigten noch im Ohr, in denen ein zentraler Satz quasi refrain-artig wiederholt wurde. Manche Prediger lassen die Gemeinde solche Sätze dann laut beenden, nachdem sie selbst die ersten Worte gesagt haben.

4)      Verwende Metaphern und Analogien!

Ich empfinde es als besonders gelungen, wenn eine gute Metapher in einer Predigt wiederkommt. So kann sie sich setzen. Bei gelungenen Analogien werden zwei Dinge miteinander verbunden, die so noch nie zusammengedacht worden sind. Ist die Verknüpfung interessant, bleibt sie haften.

5)      Erzähle Geschichten!

Gute Geschichten bleiben hängen. Besonders wenn es sich beim Predigttext um eine Geschichte handelt, macht es Sinn, diese spannend zu erzählen.

6)      Sei kreativ mit Visualisierungen!

Ein eindrücklicher Gegenstand, gute Bilder in der Powerpoint-Präsentation oder eine kreativ gestaltete „Bühne“. Aber selbst eine interessant gewählte Kleidung kann helfen, eine Predigt merkbar zu machen.

Frage: Welchen Tipp würdest Du geben, um eine Predigt merkbar zu machen? Ist Dir Einprägsamkeit überhaupt wichtig? An welche Predigt in Deinem Leben kannst Du Dich noch am besten erinnern, auch wenn Sie schon Jahre zurück liegt? Warum?

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5 responses to “6 praktische Schritte um eine Predigt merkbar zu machen”

  1. Antje says :

    Schritt 3 kann auch mächtig in die Hose gehen! Also nicht übertreiben!!! 😉

  2. Daniel says :

    Und Punkt 6 erst, wenn man ihn a) auf die Kleidung bezieht und b) zu kreativ ist … Wobei Jesaja ja relativ erfolgreich war damit, vgl. Jesaja 20 … 😉 Am Wichtigsten und Schwierigsten finde ich übrigens nach wie vor Punkt 1.

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