Mit mehr Balance leben – Das Lebensrad von Zig Ziglar

Zig Ziglars bietet mit seinem Modell vom „wheel of life“ ein praktisches Tool zur Gestaltung eines ausbalancierten Lebens an. Im Folgenden möchte ich Dir das Modell vorstellen und ein paar ganz konkrete Vorschläge zur Anwendung machen.

Eigene Darstellung nach Zig Ziglar

Eigene Darstellung nach Zig Ziglar

Für viele von uns ist es Realität: Unser Arbeit fordert uns so intensiv, dass wir zu nichts anderem mehr kommen. Privates bleibt auf der Strecke – bis wir dann irgendwann nicht mehr können. Der US-amerikanische Managementguru Zig Ziglar entwickelte deshalb dieses Modell, das dabei helfen soll, etwas ausgeglichener zu leben.

Wie sieht das Modell aus?

Zig Ziglar vergleicht unser Leben mit einem Rad. Das Rad hat verschiedene Speichen, wobei jede Speiche einen Lebensbereich symbolisiert. Da wären zum Beispiel die Karriere, Familie aber auch die eigene finanzielle Situation. Damit unser Leben so richtig ins Rollen kommt, brauchen wir natürlich eines. „Na klar, ein rundes Rad!“ Mit einem Platten fährt es sich schließlich schlecht.

Für ein rundes Rad benötige ich jedoch gleich lange Speichen. Genau hier liegt nun das Problem eines nicht-balancierten Lebens. Hier sind die Speichen unterschiedlich lang. Manch einer investiert 80 Stunden in der Woche in die Speiche „Karriere“, allerdings verkümmern dabei leider die anderen Speichen.

Ziglars Modell hilft uns zu verstehen, dass die Dinge im Leben nun einmal zusammenhängen. Wer zum Beispiel seine Speiche „Körper“ verkümmern lässt, bei dem wird es schließlich insgesamt nicht „rund“ laufen. Wer sich aber bewusst Zeit für seinen Sport nimmt, der ist dann in der Regel auch bei der Arbeit produktiver.

Wie kann ich das Modell konkret anwenden?

Die folgenden Schritte können Dir helfen, mit dem Modell konkret zu arbeiten:

1)      Zeit nehmen: Nimm Dir 2 bis 3 Stunden Zeit und achte darauf, dass Du nun ungestört bist.

2)      Speichen eruieren: Überlege, welche Speichen Dir wichtig sind und passe das Lebensrad daraufhin an. Bei mir sieht es in etwa so aus:

Eigene Darstellung nach Zig Ziglar

Eigene Darstellung nach Zig Ziglar

3)      Ist-Zustand evaluieren: Wie lang sind Deine einzelnen Speichen momentan? Vergib dafür Punkte von 0 (nicht vorhanden) bis  5 (richtige Länge).

4)      Träumen: Gehe Speiche um Speiche durch und träume, wie diese Lebensbereiche aussehen könnten.

5)      Ziele formulieren: Formuliere für jeden Bereich Ziele.

6)      Wochenplan gestalten: Gestalte nun einen Wochenplan für die kommende Woche. Dieser sollte dann natürlich an den Zielen orientiert sein. Ein besonderer Schwerpunkt sollte auf den unterentwickelten Speichen liegen.

7)      Nachjustieren: Nimm Dir nach einer Woche eine halbe Stunde Zeit zum Auswerten und Erstellen des Plans der kommenden Woche. Hat sich an der Länge Deiner Speichen schon was verändert? Diese halbe Stunde solltest Du am besten jetzt schon terminieren.

Was sind die Grenzen des Modells?

Zwei Dinge sind hier meines Erachtens wichtig

Erstens: Kein Schematismus! Es ist und bleibt eben ein Modell und zugegeben ein ziemlich einfaches. Solche Modelle bilden nie die ganze Realität ab. Aber sie helfen beim Elementarisieren. Beim Elementarisieren wird die Komplexität der Dinge reduziert, um sie handhabbar zu machen.

Zweitens: Gott ist keine Speiche! Der Gott der Bibel lässt sich nicht unter dem Begriff „Spiritualität“ in einem unter vielen Lebensbereichen einsperren. Er ist der Herr des ganzen Rades, wie es in der zweiten These der Barmer Theologischen Erklärung festgehalten wurde: „Wir verwerfen die falsche Lehre, als gebe es Bereiche unseres Lebens, in denen wir nicht Jesus Christus, sondern anderen Herren zu eigen wären, Bereiche, in denen wir nicht der Rechtfertigung und Heiligung durch ihn bedürften.“

Allerdings  glaube ich nicht, dass Zig Ziglar in diese Falle tappt. An dieser Stelle unterscheidet sich die Metapher vom Rad und den Speichen doch von der des Kuchens mit den einzelnen Kuchenstücken.

Was bleibt? Ich finde das Modell vor allem deshalb spannend, weil es helfen kann bewusster Ja und Nein zu sagen, Prioritäten und Posterioritäten zu setzen. Das ist vor allem dann wichtig, wenn es auf den ersten Blick unlogisch wirkt. Manchmal ist es eben eine „rundere Entscheidung“ die nächsten 2 Stunden mit meinen Freunden Fußball zu gucken, anstatt sie in die so wichtige Predigtvorbereitung zu stecken.

Frage:  Auf welche Speiche, die hier nicht aufgeführt wurde, könntest Du nicht verzichten? Kennst Du eine andere Metapher oder Möglichkeit ein ausbalanciertes Leben zu beschreiben? Wie reagierst Du, wenn das Leben so einem ausbalancierten Plan dazwischenfunkt? Ich freu mich schon, einen Kommentar von Dir lesen zu dürfen.

(Ziglars Lebensbereiche findest Du auf Englisch hier beschrieben)

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2 responses to “Mit mehr Balance leben – Das Lebensrad von Zig Ziglar”

  1. Line says :

    erstmal ganz praktische Frage: braucht das Rad 7 Speichen?? danke für die Anregung! ich glaub, ich muss mal evaluieren, träumen und nachjustieren…

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