Warum es wichtig ist, im Kopf ein Missionar zu sein

Nicht jeder von uns ist zum Missionar berufen. Ich denke dennoch, dass wir uns etwas von Missionaren abschauen können, um erfolgreiche Leiter zu sein.

© SweetCrisis / FreeDigitalPhotos.net

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Missionare sind Grenzüberschreiter. Das liegt in ihrer Natur. Dafür bewundere ich sie. Sie verlassen das Bekannte und Vertraute hin zu fremden Ländern und Kulturen. Dann lernen sie sich im Fremden zurechtzufinden.

In jüngerer Zeit hat man immer wieder darauf hingewiesen, dass das Motiv des Überschreitens von Grenzen geradezu zum Zentrum des christlichen Glaubens gehört. Gott ist der große Missionar, der eigentliche Grenzüberschreiter. Das ist Weihnachten passiert. In Jesus Christus überschreitet Gott die Grenze zwischen sich und der Welt.

Dieser Gedanke vom Grenzenüberschreiten inspiriert mich als Leiter. Obwohl ich auch feststelle, dass er mir von Natur aus eigentlich nicht liegt. Ich ertappe mich selbst oft genug dabei, dass ich gerne innerhalb meiner eigenen Grenzen bleibe. Ich scheue eher das Unbekannte und Fremde und bleibe bei dem Vertrauten.

Ich kann immer etwas lernen

Allerdings sind sich die meisten Leiterschaftsexperten jedoch darin einig gewesen, dass erfolgreiche Leiter auch immer leidenschaftliche Lerner gewesen sind. Offensichtlich ist es dieses Gefühl, nicht mit dem Bekannten zufrieden zu sein, das zu wahrer Größe antreibt. Im englischsprachigen Raum wird dann oft das Motto „Leaders are Readers“ genannt. Leiter lesen. Leiter lernen.

Genau hier aber inspiriert mich der Gedanke vom Überschreiten der Grenzen. Denn um möglichst viel lernen zu können, muss ich auch in meinem Kopf so manche Grenze überschreiten. Oftmals sind wir nur bereit, innerhalb unserer eigenen Grenzen zu lernen. Vielleicht kennst Du das. Wir wollen nur von den Menschen lernen, die wir mögen und die uns sympathisch sind.

Ich will aber auch jenseits der Grenzen des Bekannten und meiner Sympathie lernen. Deshalb ist mein Grundsatz: Ich kann immer etwas lernen. In jeder Situation und von jeder Person. Wenn ich einen Vortrag nun schon zum dritten Mal höre, ich werde auch dieses Mal etwas lernen. Wenn der Referent mir inkompetent erscheint, so werde ich doch sicherlich auch von ihm etwas mitnehmen können.

Im Kopf Grenzen überschreiten

Ich will im Kopf ein Missionar sein und Grenzen überschreiten. Ich will auch von Theologen lernen, die mir eigentlich fremd sind und die ich auch aus guten Gründen prinzipiell ablehne. Für mich persönlich heißt das, dass ich auch von der Homiletik eines Pfingstlers etwas lernen kann und aus der Lektüre eines liberal-kulturprotestantischen Autors viel mitnehmen kann.

Ich will nicht missverstanden werden. Außerhalb der eigenen Grenzen zu lernen heißt nicht, alles zu bejahen, was ich da vorfinde. Darum geht es nicht. Aber auch wenn ich 95 Prozent von dem begründet ablehne, was ich jenseits meiner Grenzen vorfinde, so kann ich doch von den letzten 5 Prozent etwas lernen.

Ich kann immer etwas lernen. In jeder Situation und von jeder Person. Dazu muss ich aber manche Grenzen überschreiten. Grenzüberschreiter sind Missionare. Deshalb ist es meiner Meinung nach wichtig – mindestens vom Kopfe her – ein Missionar zu sein.

Frage: Hast Du auch schon mal von einer Person gelernt, von der Du es gar nicht erwartet hattest? Wo fällt es Dir besonders schwer Grenzen zu überschreiten? Hinterlasse Deine Antwort oder Anregung gerne als Kommentar.

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