So erhöhe ich den Energielevel meines Teams – Von Prinzessinnen und Drachen

Ich will in einem Team arbeiten, das nur so vor Energie strotzt. Ich will in einer Gemeinde sein, wo der Motor auf Hochtouren läuft. Die Realität sieht aber oftmals anders aus. Deshalb stellt sich berechtigterweise die Frage: Wie erhöhe ich den Energielevel meines Teams?

© ponsulak / FreeDigitalPhotos.net

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In der Führungsforschung werden momentan zwei Strategien diskutiert, um das Energielevel zu erhöhen. Du musst entweder den Drachen töten oder die Prinzessin erobern.  Und vielleicht gibt es auch noch eine dritte Möglichkeit. Aber wie soll uns dieser Ausflug in die Märchenwelt dabei helfen, die Trägheit zu überwinden?

Ich bin auf einen interessanten Artikel von Heike Bruch gestoßen. Heiko Bruch beschäftigt sich als Professorin in St. Gallen mit Personalmanagement und eben auch genau mit unserer Frage nach dem Energielevel. Ihre Forschungen zeigen ein klares Ergebnis. Erfolgreiche Organisationen zeichnen sich durch ein hohes Energielevel aus. Bruch beschreibt nun, was mit Energie eigentlich gemeint ist und wie man sie als Führungskraft freisetzen kann.

Worauf es bei Energie wirklich ankommt

Bei Energie gibt es nach Bruch zwei Dimensionen. Intensität und Qualität. In erfolgreichen Organisationen ist nun beides deutlich ausgeprägt. Dass eine hohe Intensität an Energie hilfreich ist, leuchtet jedem ein. Energie? Ich will mehr davon! Aber das allein reicht nicht. Es kommt eben auch auf die Qualität an. Ist die Energie also positiv oder doch eher negativ? Im Idealfall investieren alle Teammitglieder ihre Kraft in das Erreichen eines gemeinsamen Zieles. Alle ziehen an einem Strang.

Es gibt aber auch negative Energie und die kennen wir nur allzu gut. Die Teammitglieder investieren ihre Kraft um sich gegenseitig zu bekämpfen. Oder es steht eine große Veränderung in der Gemeinde an, z.B. eine Fusion, und die meisten Teammitglieder verwenden all ihre Energie auf einen sinnlosen Widerstand gegen die neue Realität.

Das, was wir brauchen, ist also ein hohes Maß an Intensität und Qualität von Energie. Bruch nennt das „produktive Energie“ Aber wie erreichen wir das nun? Wie kann ich als Führungskraft in meinem Team diese Energie freisetzen?

Ganz einfach. Du bist als Ritter gefragt. Und als Ritter hast Du zwei Optionen. Entweder Du tötest den Drachen oder Du eroberst die Prinzessin.

Mehr Energie? – Strategie 1: Winning the princess

Der Grundsatz lautet hier: Energie durch Leidenschaft

Als Führungskraft motiviere ich mein Team dazu, die Prinzessin zu erobern. Ich vermittle eine Vision, die im Team eine positive Spannung und Leidenschaft erzeugt. Ich frage zum Beispiel: Wo tut sich gerade eine Chance auf, die so schnell nicht wiederkommt?

Die Vision erzeugt Energie. Diese Strategie zur Erhöhung des Energielevels wird in der Kirche sehr oft gefahren. Wir kennen das etwa von Bill Hybels oder Rick Warren.

Noch mehr Energie? Strategie 2: Slaying the dragon

Der Grundsatz lautet hier: Energie durch Aggression

Bei dieser Strategie geht es um das Töten des Drachens. Als Führungskraft male ich meinem Team eine drohende Gefahr vor Augen. In der Wirtschaft wäre das zum Beispiel ein drohender Markteinbruch oder die Gefahr durch einen starken Wettbewerber. Der Effekt? Das Team wird zusammengeschweißt und mobilisiert Energie um den Feind gemeinsam zu besiegen. Das Team glaubt an sich und seine Fähigkeit, den Drachen besiegen zu können.

Zugegeben, in der Kirche ist diese Strategie in der Regel etwas problematisch. Zum einen, weil die großen Bedrohungen meist nicht als Drachen daherkommen. Sinkende Mitgliederzahlen werden nicht dazu führen, dass wir in einem halben Jahr die Kirchentüren werden schließen müssen. Zum anderen ist es theologisch auch problematisch, die externe Kraft zu dämonisieren. Ist der Kirchenkreis, der uns die Fusion vorschreibt, wirklich mit einem Drachen zu vergleichen?

Aber die Drachentöter sind nicht grundsätzlich zur Arbeitslosigkeit verdonnert. Besonders bei Themen wie Gerechtigkeit und Armut sind sie gefragt. Besonders bei den biblischen Propheten finden wir ja das Motiv einer heiligen Aggression.

So stellt sich Dir nun die Frage: Welche der beiden Strategien willst Du fahren, um Energie freizusetzen? Beide haben von Situation zu Situation ihre Berechtigung. Ist es bei Dir gerade Zeit für (negative) Aggression oder für (positive) Leidenschaft?

Die beste Energie? Strategie 3: Beholding the bridegroom

Ich denke, als Christen können wir viel von Heike Bruch lernen. Aber unser Horizont ist weiter und so können wir unser Portfolio um eine dritte Strategie erweitern. Diese dritte Strategie möchte ich gerne „beholding the bridegroom“ nennen. Letzte Woche habe ich darüber geschrieben, dass bei uns Christen die Rechtfertigungslehre der Motor allen Handels ist. Ich glaube, dass der Blick auf Jesus ein gewaltiges Maß an Energie freisetzt. Wenn die Zwerge kraftlos und träge um Dornröschen trauern, dann kommt er angeritten. Der Bräutigam. Eine Kraftexplosion sondergleichen.

Frage: Slaying the dragon, winning the princess oder beholding the bridegroom? Welche Strategie passt zu deiner gegenwärtigen Situation? Oder ist es gar eine Kombination?  Versuche Dich in einer Analyse: Ist in eurem eher die mangelnde Intensität oder die mangelnde Qualität der Energie das Problem? Antworte gerne mit einem Kommentar.    

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2 responses to “So erhöhe ich den Energielevel meines Teams – Von Prinzessinnen und Drachen”

  1. Frank says :

    Hallo Malte,
    ich weiß gar nicht genau welche Strategie ich bevorzuge oder „fahre“. Eine Freundin hat mal ein Praktikum im Strand Kindergarten gemacht. An einem Tag haben die Kinder auf einem am Strand aufgebauten „SCHIFF“ Piraten gespielt. Dabei hat die eine Gruppe die andere bekriegt. Es gab natürlich viel Zankerei, da sie gegeneinander waren. Meine Freundin berichtete, dass sie den Kinder den Vorschlag machte sich zu verbünden und gemeinsam gegen einen imaginären Feind zu kämpfen. Die Kinder hatten ab diesem Zeitpunkt viel Spaß für den Rest des Tages.
    Für mich ist dies ein tolles Beispiel, dass der Schlüssel für ein Team ein wirkliches WIR ist. Also alle mit einzubeziehen.
    Ich glaube wenn das WIR im Mittelpunkt steht verblasst der Rest.
    In meinem beruflichen Alltag ist es in vielen Besprechungen so, dass Leute während einer Besprechung ihre Meinung zu Themen ändern. Ich finde es toll, wenn die Sache, also das Beste fürs Unternehmen im Mittelpunkt steht und nicht die „Wünsche“ Einzelner.

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