4 Hinweise für eine entspanntere Diskussion

Ist es die Kirchenvorstandssitzung, der Pastorenkonvent oder die Vorbereitungsrunde für den Gottesdienst? Egal in welchem Meeting, Treffen oder in welcher Sitzung wir uns auch befinden, einmütige Ergebnisse sollen her. Doch der Weg hin zum Ergebnis führt in der Regel über den steinigen Pfad einer Diskussion. Das kann schon einmal sehr kräftezehrend sein. Deshalb möchte ich Dir 4 Möglichkeiten vorstellen, die eure nächste Diskussion ein wenig entspannter machen können.

© Gerd Altmann / PIXELIO'

© Gerd Altmann / PIXELIO‘

Kommt Dir Folgendes bekannt vor? Die Diskussion zieht sich schleppend dahin. Frau M. meldet sich zu Wort und unterstreicht zum fünften Mal ein Argument, das schon so oft genannt wurde. Wiederholung um Wiederholung. Oder:  Die Diskussion verläuft völlig ergebnislos. Entnervt gehen alle nach Hause, aber eine Lösung wurde nicht gefunden. Oder:  Das Treffen wurde extra angesetzt, um einen Konflikt zu lösen. 120 Minuten später scheint er sich aber eher verschärft zu haben.

Solch unbefriedigenden Ergebnissen kann man aber entgegenwirken. 4 Möglichkeiten:

1. Argumente aufschreiben: Es klingt irgendwie banal, macht sich aber dennoch bezahlt. Jedes in der Diskussion aufkommende Argument wird schriftlich festgehalten und visualisiert. Vielleicht benutzt Du eine Moderationskarte, Flipchart oder Tafel. Wichtig ist nur, dass jeder das Argument gut sehen kann. Der entscheidende Vorteil ist nun, dass Wiederholungen vermieden werden. Weil mein Argument schon für alle sichtbar festgehalten ist, muss ich es nicht noch einmal wiederholen.

2. Erst Pro, dann Kontra: Eine Diskussion wird schnell zu einem Wettkampf. Zwei Seiten argumentieren für ihre Position und wollen das Gegenüber bezwingen. Das Problem ist dabei, dass die Gruppe nun nicht gemeinsam denkt, sondern quasi „gegeneinander“ denkt. Dabei geht viel Potential verloren. Außerdem versteifen sich beide Seiten auf ihre Position. Wie wäre es da mit folgendem Vorschlag? Diskutieren sie mit der gesamten Gruppe zunächst die Pro-Argumente und nach einer gewissen Zeit mit allen zusammen die Kontra-Argumente. Diese Methode hilft, mehr Aspekte zu sehen und die Kluft zwischen Menschen verschiedener Sichtweisen zu minimieren.

3. Emotionen von Argumenten trennen: Wenn eine Veränderung ansteht, haben wir dazu oftmals ein gewisses Bauchgefühl. Euphorie, Angst oder auch nur ein unbestimmtes Unwohlsein. Natürlich beeinflusst unser Gefühl, wie wir zu der Veränderung stehen, ob wir sie begrüßen oder ablehnen. Versucht unser Gegenüber uns dann mit Argumenten zu überzeugen, können diese noch so gut sein. Es nützt nichts, denn wir sind noch ganz mit unseren Gefühlen beschäftigt. Und unsere Gefühle sind eben nicht rational. Da hilft eben kein Argument weiter. Deshalb hilft es in einer Diskussion beide Ebenen voneinander zu trennen. Erst nimmt sich die Gruppe Zeit, sich über das Bauchgefühl zu der anstehenden Sache auszutauschen. Anschließend wird dann das Herz für eine Zeit lang aus und der Kopf eingeschaltet.

4. Interessen statt Positionen:  Dieser Slogan ist Teil des Harvard-Konzeptes, das eine bestimmte Verhandlungsmethode beschreibt. In einem Konflikt stehen sich zwei Parteien gegenüber, deren Positionen nicht miteinander vereinbar sind. Die beiden Forderungen schließen sich gegenseitig aus. Um dennoch zu einer Lösung zu gelangen, schlagen die Entwickler des Harvard-Konzeptes vor, gewissermaßen einen Schritt zurückzugehen und die „Warum-Frage“ zu stellen. Warum vertrittst Du diese Position? So kommen wir von einer Position zu einem Interesse. Wir gehen also Ebene um Ebene zurück und stellen vielleicht fest: Auf der Ebene der Interessen ist eine Lösung möglich. Ein einfaches Beispiel: Die Jugendgruppe und das Glaubenskurs-Team haben einen Konflikt. Beide wollen am Dienstagabend in einen bestimmten Gemeinderaum. Das ist ihre jeweilige Position. Als nun die Interessen ausgetauscht werden, stellt sich heraus: Das Glaubenskurs-Team benötigt einen Beamer und den gibt es bisher nur in diesem Raum. Nun ist eine Lösung möglich. In einem anderen Raum kann ein Beamer installiert werden.

Natürlich sind diese 4 Schritte kein Allheilmittel, aber sie können Dir dennoch helfen, Deine nächste Sitzung zielführender, kurzweiliger und deeskalierender zu gestalten.

Frage: Was macht eine Diskussion für Dich so anstrengend? Welche Methode kennst Du, um eine Diskussion zielführender zu leiten? Hast Du unbewusst schon einmal einen der 4 Schritte erfolgreich angewendet?

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3 responses to “4 Hinweise für eine entspanntere Diskussion”

  1. Anonymous says :

    So lieber Malte, jetzt steige ich einfach mal ein 😉

    Was macht man mit Leuten, die (gefühlt) nur da sind, weil sie diskutieren wollen? Also wie geht man mit ewig-Diskutierern um? 🙂

    • maltedetje says :

      O man, ich weiß, was Du meinst. Das kan einem echt die Nerven rauben und eine schlaue Patentlösung habe ich dafür leider auch nicht. Ich versuche in einer Sitzung klar das Ziel der Diskussion zu kommunizieren. Alle Diskussionsbeiträge müssen sich dann daran messen lassen, ob sie dabei helfen, dieses Ziel zu erreichen. Wenn nicht, vielleicht auch einfach unterbrechen: „Es freut mich, dass dich das Thema so begeistert. Lasst uns jedoch noch mal überlegen, was das nun für unser Ziel austrägt.“

      Hast Du schon einen guten Weg gefunden, mit Ewig-Diskutierern umzugehen?

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